Sie ist eine der schillerndsten – und gleichzeitig umstrittensten – Persönlichkeiten der Balkan-Promiwelt. Jelena Karleuša (47) füllt seit Jahrzehnten Hallen, sorgt mit ihren Outfits für Schlagzeilen und mischt sich regelmäßig lautstark in politische Debatten ein.
Genau das wird ihr jetzt in Kroatien zum Verhängnis.
Am 15. August hätte die serbische Sängerin im Club Hacienda im kroatischen Urlaubsort Vodice auftreten sollen. Gerade rund um Mariä Himmelfahrt verbringen auch zahlreiche Österreicher ihren Urlaub an der dalmatinischen Küste. Doch noch bevor Karleuša die Bühne betreten konnte, entwickelte sich die Ankündigung ihres Auftritts zum Politikum.
Grund dafür waren weniger Karleušas Songs als einige ihrer früheren Aussagen. In der Vergangenheit sorgte die Sängerin unter anderem mit Äußerungen über Kroatien, die kroatische Sprache und die Beziehungen zwischen den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens für heftige Kritik.
Vodices Bürgermeister Ante Cukrov schaltete sich schließlich persönlich ein. Er bezeichnete den geplanten Auftritt als "unangebracht" und erklärte, Karleuša sei aufgrund ihrer früheren Aussagen in Vodice nicht willkommen. Gleichzeitig stellte er klar, dass es ihm nicht grundsätzlich um Künstler aus Serbien gehe. In der Urlauberstadt würden regelmäßig Musiker aus Serbien, Bosnien und anderen Ländern auftreten.
Die Stadt selbst konnte den Auftritt ohnehin nicht verbieten: Die Hacienda ist ein privater Club.
In den sozialen Netzwerken wurden die Proteste dennoch immer lauter. Bürger riefen zum Boykott auf, auch Veteranenverbände sollen sich gegen das Konzert ausgesprochen haben.
Zunächst hielt der Veranstalter am Konzert fest, am Ende wurde der Druck offenbar zu groß. Die Hacienda sagte den Auftritt schließlich ab.
Die Diskussion habe mittlerweile Dimensionen angenommen, die weit über ein gewöhnliches Konzert hinausgingen, erklärte der Club. Die Sicherheit der Gäste und Mitarbeiter habe Vorrang.
Karleuša reagierte wenig später selbst auf die Absage und zeigte sich schockiert. Sie betonte, sie sei "nur eine Sängerin" und kein Feind des kroatischen Volkes. Schon vor der endgültigen Absage hatte sie erklärt, weder provozieren noch als Symbol eines politischen Konflikts nach Kroatien kommen zu wollen.
Für die Fans in Vodice ist die Sache damit jedenfalls entschieden: Statt großer Balkan-Show gibt es am 15. August keine Karleuša.