Nach dem Buttersäure-Anschlag auf mehrere Aktivisten vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) am Mittwoch bei einer Demonstration auf der Mariahilfer Straße bangt einer der Tierschützer offenbar um sein Augenlicht.
Bei dem Verletzten löste sich nach Angaben des Tierschutzvereins die Hornhaut vom Auge ab, er wird möglicher Weise nie wieder gut sehen können. Eine dritte Person, der die Buttersäure ebenfalls ins Auge gespritzt worden war, ist auf dem Weg der Besserung. Zusätzlich gibt es bei fünf Personen Verätzungen im Gesicht oder an anderen Körperstellen.
Rätsel um Taser und Bezahlung
Zoltan L., der mutmaßliche Täter, führte neben der Buttersäure auch einen Taser bei sich, die Polizei stellte diesen sicher. Der Verdächtige ist nach dem Säure-Attentat geständig und gab bei Befragungen an, sich gestört gefühlt zu haben.
Laut VGT habe der ungarische Staatsbürger im Gespräch mit einer Tierschützerin vor seiner Übergabe an die Polizei bestätigt, dass er für den Anschlag auf den Tierschutz bezahlt worden ist. Das bestätigte die Polizei auf Anfrage von "Heute.at" aber nicht.
Der Protest des VGT fand vor der Kleider-Bauer-Filiale der Einkaufsstraße statt. Die 15 Anti-Pelz-Aktivisten hatten gerade mit ihrer Kundgebung begonnen. Dabei entblößten sie ihre Hinterteile, auf denen die Web-Adresse "sittenwidrig.at" geschrieben stand.
Täter sprang aus Fahrzeug
Plötzlich sprang Zoltan L. aus einem alten Mercedes. Er zückte eine Spritzpistole und besprühte die Aktivisten mit einer ätzenden Flüssigkeit - vermutlich Buttersäure. Der 43-Jährige wurde von zwei Tierschützern überwältigt und an die Polizei übergeben. Acht Personen wurden durch die Säure leicht verletzt, außerdem jene zwei, die den Mann festhielten.
Polizeisprecher Roman Hahslinger bestätigte, dass dies bereits der zweite Angriff auf Mitglieder des VGT in diesem Monat war (). Laut VGT wurde auch die Tatwaffe sichergestellt. Der Festgenommene, dessen Motivation noch ungeklärt ist, wurde zu Mittag noch einvernommen.