Nach Streit: Linzerin soll Freund erstochen haben

Die Angeklagte mit ihrem Anwalt Andreas Mauhart
Die Angeklagte mit ihrem Anwalt Andreas MauhartBild: Harald Dostal
Eine 40-jährige Linzerin soll ihren Lebensgefährten (53) erstochen haben. Sie musste sich am Mittwoch vor dem Gericht verantworten – vertagt.
Schon vor der schrecklichen Bluttat sei laut es laut Nachbarn immer wieder zu heftigen Streitereien zwischen Günter H. (53) und seiner Lebensgefährtin Maria Magdalena W. (40) gekommen.

Doch am 2. Juli eskalierte der Dauerstreit völlig. Gegen 3 Uhr morgens soll die 40-Jährige laut Anklage mit einem Küchenmesser (ca. 15 cm) auf ihren Freund eingestochen haben.

Ein einziger Stich in die Brust reichte aus, das Opfer blieb regungslos am Boden liegen.

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Der 53-Jährige war jedoch offenbar nicht sofort tot - der grausige Verdacht liegt nahe, dass die mutmaßliche Täterin vor der Alarmierung des Notrufs einige Zeit verstreichen ließ. Als sie festgenommen wurde, soll sie sich schon die Hände gewaschen haben.

Die Angeklagte sagte gegenüber den Ermittlern bisher aus, sie könne sich nicht an die Tat erinnern.

Beim Prozess am Mittwoch gab die Beschuldigte an, es sei ein Unfall gewesen. Sie plädierte auf nicht schuldig.

Sie meinte ebenfalls, Stunden vor der Tat Alkohol und Medikamente zu sich genommen zu haben. Ihr Alkoholspiegel lag bei 1,96 Promille, ihr Freund hatte 2,82 Promille intus.

Zum Tatzeitpunkt haben sich die beiden in der Küche aufgehalten. "Wir haben gemeinsam Käse gegessen", so die Angeklagte. Sie habe plötzlich das Verlangen gespürt, sich mit dem Küchenmesser am linken Knöchel zu "ritzen".

Günter H. habe das verhindern wollen. "Es ist zu einem Gerangel gekommen. Dabei dürfte es zu dem Stich gekommen sein", rechtfertigte sich die 40-Jährige.

Sie beteuerte auch, das Opfer geliebt zu haben. "Er war nach mehreren gescheiterten Beziehungen mein Traummann."

Persönlichkeitsstörung

Gerichtspsychiaterin Adelheid Kastner attestierte der Angeklagten eine kombinierte Persönlichkeitsstörung. Als Maria W. schilderte, wie ihr Lebensgefährte in ihren Armen starb, brach sie in Tränen aus. Sie beteuerte erneut: "Es war ein Unfall und sicher kein Mord."

Richter Rainer Nimmervoll vertagte den Prozess auf Mitte Juni. Im Falle einer Verurteilung drohen der Linzerin bis zu 20 Jahre Haft beziehungsweise eine lebenslängliche Haftstrafe.

(mip)

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