Der Hergang des tödlichen Lkw-Unfalles Montagnachmittag auf der oberösterreichischen Westautobahn (A1) im Gemeindegebiet Aurach im Hongar (Bez. Vöcklabruck) konnte in der Nacht auf Dienstag geklärt werden, teilte die Polizei Pressestelle mit. Die Verkehrssperren wurden erst in der Früh teilweise aufgehoben.
Der Hergang auf der oberösterreichischen Westautobahn (A1) im Gemeindegebiet Aurach im Hongar (Bez. Vöcklabruck) konnte in der Nacht auf Dienstag geklärt werden, teilte die Polizei Pressestelle mit. Die Verkehrssperren wurden erst in der Früh teilweise aufgehoben.
Zunächst war ein 40-Jähriger aus Bayern bei der Fahrt mit seinem Pkw in Richtung Salzburg auf ein vor ihm fahrendes Sattelkraftfahrzeug aufgefahren. Dabei wurden seine 33-jährige Ehefrau auf dem Beifahrersitz schwer und ihr in einem Kindersitz auf der Rückbank gesicherter vierjähriger Sohn leicht verletzt. Sie wurden in das Landeskrankenhaus Vöcklabruck eingeliefert.
Wegen des Unfalls bremste ein 57-Jähriger seinen mit über 22 Tonnen Gefahrengut beladenen Sattelzug stark ab. Es handelte sich um Maleinsäureanhydrit - ein ätzendes Zwischenprodukt für die Polyester-Herstellung. Ein nachkommender 36-jähriger Niederösterreicher aus Hollenstein an der Ybbs im Bezirk Amstetten, der auf seinem Sattelzug einen Kettenbagger transportierte, konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten und fuhr auf. Sein Fahrzeug begann sofort zu brennen.
Nur Pannenstreifen befahrbar
Der 57-Jährige bekämpfte die Flammen mit zwei Feuerlöschern. Doch er konnte dem anderen Lkw-Lenker nicht mehr helfen. Mehrere Freiwillige Feuerwehren waren zur Brandbekämpfung und für die anschließenden Aufräumungsarbeiten im Einsatz. Erschwert wurden sie durch austretende giftige Dämpfe. Die Autobahn musste komplett gesperrt werden. Der Verkehr wurde in Richtung Wien in Seewalchen auf Ausweichrouten abgeleitet, in Richtung Salzburg in Regau. Von der Salzburger Richtungsfahrbahn war auch Dienstagvormittag nur der Pannenstreifen befahrbar. Kilometerlange Staus waren die Folge.
Die Leiche des 36-Jährigen konnte erst gegen 23.00 Uhr geborgen werden. Ob er sofort bei dem Anprall getötet wurde oder im Fahrzeug verbrannte, war nicht mehr zu klären. Umfangreiche Staus gab es auch Montagabend nach einem Unfall auf der Innkreisautobahn (A8) im Gemeindegebiet von Pichl bei Wels. Dort fuhr ein 21-Jähriger mit einem Klein-Lkw auf einen Sattelzug auf. Sein Fahrzeug geriet ins Schleudern und kam erst nach rund 100 Metern an der Betonmittelleitschiene zum Stillstand. Der Lenker und ein 30-jähriger Mitfahrer wurden im Lkw eingeklemmt. Die beiden sowie ein weiterer, 24-Jähriger Mitfahrer wurden verletzt ins Klinikum Wels eingeliefert.
Fahrbahn schwer beschädigt
Der Lkw-Unfall hat nicht nur ein Menschenleben gefordert und erheblichen Sachschaden an den beteiligten Fahrzeuge angerichtet. Auch die Fahrbahndecke aus Beton wurde in Mitleidenschaft gezogen, was teure Reparaturarbeiten erfordert. Bei einer Inspektion der Autobahn stellte sich heraus, dass die Betonleitwand und sechs Betonfelder im Ausmaß von rund 100 Quadratmetern von der Chemikalie und dem Feuer so schwer beschädigt wurden, dass sie erneuert werden müssen.
"Derzeit wird der zerstörte Beton entfernt, danach werden wir mit einem schnell härtenden Spezialbeton die Fahrbahn erneuern. Bis Mittwoch früh sind wir sicher fertig", versprach Asfinag-Regionalleiter Alexander Högl. Weil die Säure auch noch in die Entwässerungsrohre und -schächte der Gewässerschutzanlage geronnen sein könnte, müssen diese ausgepumpt werden. Außerdem müssen alle Rohre mit Kameras befahren und genau untersucht werden. Wie hoch der Gesamtschaden ist, lasse sich daher vorerst nicht abschätzen, erklärte die Asfinag.