Österreich

Nach Unfall: Acht Monate bedingt für Lkw-Lenker

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:02

Zu acht Monaten bedingter Freiheitsstrafe wegen fahrlässiger Gemeingefährdung ist ein Lkw-Lenker verurteilt worden, der laut Anklage im August 2009 einen schweren Busunfall auf der A22 verursacht hatte. Damals starb ein Pkw-Lenker!

Zu acht Monaten bedingter Freiheitsstrafe wegen fahrlässiger Gemeingefährdung ist am Landesgericht Korneuburg ein Lkw-Lenker verurteilt worden, der laut Anklage im August 2009 einen schweren Busunfall auf der A22 (Donauuferautobahn) bei Langenzersdorf nahe Wien verursacht hatte. Damals starb ein Pkw-Lenker durch einen weggeschleuderten Betonbrocken aus der durchbrochenen Mittelleitschiene.

Der 34-jährige, unbescholtene Pole, Familienvater mit Wohnsitz in Wien, der bereits zu Verhandlungsbeginn im Juni angegeben hatte, sich an das Geschehen nicht erinnern zu können, meinte, der Unfall tue ihm sehr leid. Er nahm drei Tage Bedenkzeit, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

Bei dem Crash war ein deutscher Reisebus über die Mittelleitschiene auf die Gegenfahrbahn geschleudert worden. Ein 53-jähriger Pkw-Lenker wurde dabei von einem Mauerteil getroffen - er starb noch an der Unfallstelle. 20 Personen erlitten nach damaligen Polizeiangaben zum Teil schwere Verletzungen, elf blieben unversehrt, wurden aber psychologisch betreut. Drei Notarztwagen, zwei Hubschrauber und 30 Rettungsfahrzeuge standen im Einsatz, die Autobahn musste wegen Bergungsarbeiten stundenlang gesperrt werden. Der ursprüngliche Unfall hatte sich auf der Gegenfahrbahn Richtung Wien ereignet: Laut Polizei wollte der 54-jährige Buslenker den polnischen Sattelzug überholen, als es zum Zusammenstoß kam.

Mehrere Verkehrsteilnehmer sagten als Zeugen übereinstimmend aus, dass der angeklagte Lkw-Lenker zunächst zu weit nach rechts geraten war und dort mit der Leitplanke kollidierte. Dann zog er bis in die mittlere Spur, ehe er den auf dem dritten Streifen überholenden Bus plötzlich streifte und dadurch über die Mittelleitschiene schleuderte. Der Sattelzug schwenkte nach rechts zurück und kam am Straßenrand zu liegen.

APA/Red.

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