Aus einem hässlichen Entlein wurde in vier Jahren ein Kandidat für den schönsten Bahnhof Österreichs. Kostenpflichtige WC-Anlagen werden noch kritisiert, sind aber Garantie für Sauberkeit und Drogenfreiheit.
St. Pölten ist um ein Schmuckkästchen reicher: Der neue Hauptbahnhof darf nicht nur als der modernste Niederösterreichs bezeichnet werden, er wird im jährlichen Ranking ab sofort auch mit Seriensieger Linz um den schönsten Bahnhof Österreichs rittern!
Heute wird offiziell eröffnet, als Gäste haben sich ÖBB-Vorstand Christian Kern, Ministerin Doris Bures sowie Landeschef Erwin Pröll angesagt.
Auffallendste Veränderung, abgesehen von der neuen Fassadenfärbelung: Die bislang durch das denkmalgeschützte Gebäude führende Kremser Landstraße wurde verlegt. Statt der täglichen 8000 Kraftfahrzeuge prägt das Hauptgebäude jetzt eine lichtdurchflutete Halle samt moderner Einkaufspassage: Von einer Bank über Trafik und Zeitschriftenkiosk bis hin zu Internet-Shop und ÖBB-Reisecenter findet sich alles, was die täglich 26.000 Fahrgäste wünschen. Auch die Gastronomie kommt nicht zu kurz.
Großgeschrieben werden Service und Sicherheit – durch riesige Anzeigetafeln, Monitore auf den Bahnsteigen, ein Leitsystem für Sehbehinderte, Rolltreppen, Aufzüge und Videokameras.
Erfreulich: Die größte Baustelle St. Pöltens ist nicht nur zeitgerecht, sondern auch um zehn Millionen Euro billiger als geplant fertiggestellt worden. Und: Studien belegen, dass jeder von den ÖBB investierte Euro in der Wirtschaft doppelt wiegt: hier 400 Millionen Euro!Karl Müllauer