Nach viraler Flucht-Doku: So geht es Rania in Wien

Das Video ihrer Flucht aus Syrien wurde 3,5 Millionen Mal gesehen. In Wien baut sich Rania seit einem Jahr ein neues Leben auf.
Die schrecklichen Szenen verbreiteten sich im Internet wie ein Lauffeuer. Der Filmemacher Anders Hammer ermutigte sie, auf ihrer Flucht aus Syrien ein Video-Tagebuch zu führen.

Auf ihrem Weg über die Türkei nach Europa landet sie nach einer gefürchteten Fahrt übers Meer in den berüchtigten Lagern auf Lesbos und in Idomeni an der mazedonischen Grenze. Ein Tränengas-Einsatz lässt Erinnerungen an den Krieg hochkommen.

Schließlich schafft sie es gemeinsam mit ihrem Kindheitsfreund Ayman nach Wien und wird von der Polizei gefasst. Im Zuge ihres Asylverfahrens wird ihr subsidiärer Schutz gewährt, sie darf drei Jahre in Österreich bleiben.

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Diese Zeit will sie auch nutzen. Fünf Mal die Woche besucht sie einen Deutschkurs. Bewerbungen für einen Job waren aber aufgrund ihrer noch mangelnden Sprachkenntnisse noch nicht erfolgreich.

Der "Kurier" hat mit der mittlerweile 21-Jährigen gesprochen. Wien gefällt ihr: "Es ist, als ob man in einem Museum wohnen würde." Doch trotz ihrer Dreier-WG in Wien-Landstraße vermisst sie ihre Familie, die in Kobane bleiben musste. Ihr Vater, vier Schwestern und ein Bruder sind noch dort, weil ihre Geschwister teilweise zu klein und eine ihrer Schwestern gehbehindert ist.

"Um ehrlich zu sein, ich fühle mich allein", sagt sie. Es sei schwierig, Österreicher kennenzulernen. "Ich versuche wirklich, mich zu integrieren, aber Kontakt zu Österreichern zu finden ist sehr schwierig. Sie sind alle sehr nett, aber man kann kaum zu ihnen durchdringen", erzählt sie.

Traumjob Journalistin

Rania will sich jetzt voll und ganz darauf konzentrieren, schnell Deutsch zu lernen. Ihr Traumberuf ist Journalistin. Drei Jahre hat sie jetzt in Österreich dafür Zeit, danach wird erneut über ihren Asylstatus entschieden. (csc)

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