"Nach Zeckenstich kann ich kein Fleisch mehr essen"

Download von www.picturedesk.com am 19.06.2018 (12:08).  Sheep Tick (Ixodes ricinus) burrowed into human leg, Berkel en Rodenrijs, Netherlands - 20150301_PD24728
Download von www.picturedesk.com am 19.06.2018 (12:08). Sheep Tick (Ixodes ricinus) burrowed into human leg, Berkel en Rodenrijs, Netherlands - 20150301_PD24728(Bild: kein Anbieter/picturedesk.com)
Eine 36-Jährige leidet an einer Fleischallergie. Diese wird von Zecken übertragen.

Zu Ostern wollte eine 36-jährige Schweizerin nach einem gemütlichen Barbecue mit Freunden eine Torte mit Bärlauch essen. Sie hatte danach stundenlang schwere Krämpfe und dachte zuerst, dass es am Knoblauch gelegen habe. Doch die Krämpfe wiederholten sich später. Sie versuchte herauszufinden, welche Lebensmittel sie nicht verträgt, fand aber nichts. Auch Bluttests zeigten keine Resultate.

Woran es liegt, merkte die 36-Jährige erst Ende Mai, nachdem sie bei ihren Eltern ein Steak gegessen und wieder Schmerzen bekommen hatte. Bei ihrer Recherche im Internet stieß sie auf die Alpha-Gal-Allergie – eine Allergie gegen rotes Fleisch. Diese wird von Zecken übertragen (siehe Box). Sie erinnerte sich dann auch an eine Zecke, die sie auf einer Wanderung im April aufgelesen hatte. Ein Stich ist nicht ohne, denn Zecken übertragen viele Krankheiten.

Der Stich einer Zecke kann im menschlichen Körper zu einer besonderen Reaktion führen. Über den Speichel des Tieres gelangt Alpha-Gal – im Fachjargon Galaktose-alpha-1,3-Galakotse – in die menschliche Blutbahn. Das Immunsystem bildet daraufhin Antikörper gegen das Kohlenhydrat, um dieses zu neutralisieren. Isst die betroffene Person nun Fleisch und in diesem ist Alpha-Gal ebenfalls enthalten, löst dies typische allergische Symptome aus: von Hautausschlägen über Bauchschmerzen bis hin zu schweren lebensbedrohlichen Reaktionen. Stiche von Zecken, etwa dem Gemeinen Holzbock, der in Europa heimisch ist, können eine Fleischallergie auslösen. (Allergiezentrum Schweiz)

Vorerst auf Fleisch verzichten

Abklärungen ergaben, dass ihre Vermutung stimmt. "Ich habe eine in Europa sehr seltene Krankheit", sagt sie. Eine Garantie für eine Heilung gebe es nicht. Mit ihrem Arzt habe sie beschlossen, vorläufig auf rotes Fleisch zu verzichten und in einem Jahr weiterzuschauen. Im Internet habe sie von Betroffenen gelesen, die sich auch nach acht Jahren noch nicht erholt hätten. "Ich hoffe, dass ich nicht für den Rest meines Lebens auf ein gutes Steak oder eine schöne Scheibe Salami verzichten muss."

Die Wahrscheinlichkeit, sich in der Natur einen Zeckenbiss zuzuziehen, ist in diesem Jahr besonders hoch. Heuer wird es so viele Zecken geben, wie seit Jahren nicht mehr, meinen Experten. An diesen Orten verstecken sich die blutsaugenden Tierchen am häufigsten.

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