Der Verdächtige (46) hatte mit dem Opfer immer wieder ein Verhältnis, kam am Dienstag vor dem Wiener Landesgericht ans Tageslicht. Bei dem Streit am 14. November in einer Wohnung in Wien-Floridsdorf ging es um Drogen-Ersatzmedikamente. "Sie hat mir meine Substitution weggenommen", so der Angeklagte. Ein Wutanfall war die Folge. Der Wiener soll die 37-Jährige 13 Mal in Gesicht, Hals, Brust und Bauch gestochen haben. Das Opfer starb noch am Tatort.
Weil ein zweiter Nachbar (42) wild schrie und gestikulierte, ging der Verdächtige angeblich auch auf diesen los. "Ich wollte ihn nicht umbringen", so der Angeklagte. Er habe aber den Tod des Mannes in Kauf genommen. Der 42-Jährige erlitt Stichwunden am ganzen Oberkörper, überlebte nur dank des beherzten Eingreifens eines weiteren Bewohners. Dieser lenkte den Angeklagten ab, zog den Schwerverletzten aus dem Gefahrenbereich in seine Wohnung und sperrte die Türe zu. Dann rief er die Polizei und die Rettung. Der 42-Jährige wurde im Spital sofort notoperiert, überlebte 25 Messerstiche.
Der Verdächtige hat bereits 21 Vorstrafen auf dem Kerbholz. Die Tat spielte sich in einem Wohnhaus mit betreuten Wohnungen ab. "Eine Wahnsinnstat, ich bereue es", gab er zu Protokoll. Top-Verteidigter Rudolf Mayer bat, von einer lebenslangen Haftstrafe abzusehen. Daraus wurde nichts. Der 46-Jährige wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, er wird in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Ein Psychiater hält den Mann in einem Gutachten für gefährlich. Der Angeklagte nahm das Urteil an. "Es tut mir leid. Ich habe das Urteil verstanden." Der Richterspruch ist bereits rechtskräftig.