Ende August kam es zu einem Zusammenstoß einer 20-Meter-Jacht unter deutscher Flagge und einem Fischerboot vor Mallorca – der 20-jährige Fischer Guillem C. starb.
An Bord und Berichten zufolge auch hinter dem Steuer, war der Millionärssohn Dennis V.*, gegen den nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wird. Die mallorquinische Zeitung "Gaceta Náutica" veröffentlicht brisante neue Details aus dem Ermittlungsbericht der Guardia Civil.
Anderen Bootsführern zufolge soll die Jacht "La Luna" am Abend des Unfalles schon ein anderes Boot gerammt haben. Ein Bootsführer, der die Crew daraufhin zur Rede stellte, sagte aus, dass die Crew stark alkoholisiert wirkte und er vermutet, dass sie auch andere Drogen konsumiert haben.
Auf dem etwa drei Meter langen Fischerboot befanden sich drei Personen. Die zwei Überlebenden sagten laut dem Bericht aus, dass sie die Jacht mit hoher Geschwindigkeit auf sie zukommen sahen. Das kleine Boot sei in der Dunkelheit nicht ausreichend beleuchtet gewesen und Guillem C. habe versucht, die Jacht-Crew auf sich aufmerksam zu machen und sie dazu zu bringen auszuweichen.
Anders als bisher angenommen fuhr die Jacht nicht über die Jolle, sondern streifte sie. Während sich Guillems Begleiter festhalten konnten, wurde er aber von der Jolle geschleudert und erlitt tödliche Verletzungen am Kopf, so der Bericht.
Nach dem Zusammenstoß sei die "La Luna" schnell davongefahren. Den Zeugen zufolge hätte die Jacht gar nicht an der Unfallstelle sein dürfen, da sie in dem Bereich nicht so nahe an die Küste durfte.
Die Jacht-Crew fuhr zurück an den Liegeplatz im Hafen von Cala Ratjada und feierte in einem Club weiter. Die Guarda Civil untersuchte das Schiff, fand viel Alkohol in den Kabinen und im Steuerbereich und versiegelte das Schiff. Dies soll Dennis V. aber nicht davon abgehalten haben, das Schiff rund 24 Stunden nach dem tödlichen Zusammenstoß zu betreten und mehrere Säcke von der Jacht zu tragen.
Am nächsten Tag flog der Millionärssohn und gelernte Pilot mit seinem Flugzeug nach Deutschland, ohne mit der Polizei zu sprechen. Erst drei Tage später – also am fünften Tag nach dem Zusammenstoß, kehrte Dennis V. zurück nach Mallorca und verweigerte bei der Guardia Civil die Aussage, bevor er wieder nach Deutschland flog.
*Name der Redaktion bekannt