Österreich

Nächster Fall: Familie soll nach acht Jahren gehen

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:55

Nach der widerrufenen Abschiebung von achtjährigen Zwillingen und ihrem Vater in den Kosovo und der vorerst ausgesetzten Rückführung einer 14-Jährigen und ihrer Mutter nach Armenien bahnt sich nun ein weiterer Fall an. Eine vierköpfige Familie aus Mazedonien, die vor acht Jahren nach Österreich eingereist ist, steht vor der Abschiebung.

Gemeinsam mit ihrem Anwalt Helmut Blum und NGO-Vertretern wandte sich die Familie heute an die Öffentlichkeit. Ismet und Emina Lakota kamen mit ihren Kindern, der heute zwölfjährigen Sara und dem mittlerweile 20-jährigen Edin, 2002 nach Österreich und stellten Asylanträge. Sie leben in Linz.

Beide hätten gearbeitet und freiwillig die Deutsch-Integrationsprüfung abgelegt, die Tochter besucht die Schule, der Sohn möchte eine Lehre machen. Dies könne er aber wegen seines unklaren Aufenthaltsstatus nicht, wie die Sprecherin der Plattform der "Bürgerinitiativen für gut integrierte AsylwerberInnen", die oberösterreichische SPÖ-Landtagsabgeordnete Gertraud Jahn, schilderte.

Gründe für negativen Bescheid unklar
Nun stehe die Familie vor der Abschiebung, die voraussichtlich innerhalb eines Monats erfolgen werde. Erst am Freitag erfuhr die Familie von der negativen Entscheidung.

"Ich würde es sehr schade finden, wenn ich meine Schulausbildung nicht in Österreich fertigmachen könnte", sagte die zwölfjährige Sara in perfektem Hochdeutsch und unter Tränen. Sie spreche kaum mazedonisch. Außerdem habe sie Schilddrüsenprobleme und müsste deshalb im Dezember noch einmal zur Behandlung.

Kein Netzwerk
Ihr Bruder schilderte, dass die Familie nicht damit gerechnet habe, Österreich wieder verlassen zu müssen. "Ich fühle mich, als wäre ich hier geboren." Seine österreichische Freundin Julia Weinbauer ist seit zwei Jahren mit Edin liiert. Sie will sich mit ihrem Freund demnächst verloben. "Ich liebe ihn", sagte sie. In Mazedonien erwarte die Familie eine ungewisse Zukunft. Die Familie verfüge in ihrem Herkunftsland über keinerlei Netzwerk, betonte Blum. Sämtliche Verwandte seien weggezogen.

(APA/ red)

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