Die Pannenserie bei Ryanair setzt sich fort: Ein Flugzeug der irischen Billigfluglinie musste am Sonntagnachmittag wegen technischer Probleme auf dem Madrider Flughafen Barajas notlanden. Die Landung sei ohne Zwischenfälle verlaufen. Jetzt kündigt Spanien schärfere Kontrollen für die Airline an.
Nach einer Reihe von Zwischenfällen bei der Billig-Fluggesellschaft Ryanair will Spanien die Maschinen des Unternehmens schärfer kontrollieren. Da die irische Fluggesellschaft in Spanien viel unterwegs sei, müssten die spanischen Behörden berechtigt sein, "intensivere Inspektionen" vorzunehmen, sagte Infrastrukturstaatsminister Rafael Catalá. Zuletzt waren am Wochenende zwei Flüge wegen technischer Probleme umgeleitet worden.
Die EU-Kommission will nach jüngsten Zwischenfällen bei Flügen der irischen Billigfluglinie Ryanair den Informationsaustausch zwischen den Behörden der EU-Staaten verstärken. Die EU-Kommission bereite für Dezember einen Gesetzesvorschlag vor, der vorsieht, dass alle Informationen über Zwischen- und Vorfälle im Bereich Luftfahrtsicherheit zwischen den EU-Staaten in einer gemeinsamen europäischen Datenbank geteilt werden, sagte Helen Kearns, Sprecherin von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas, am Montag in Brüssel.
Nächster Zwischenfall
Beim letzten Zwischenfall war die Maschine auf dem französischen Flughafen Beauvais zum Airport Teneriffa Süd gestartet. Der Pilot hatte laut Aena eine ungeplante Landung auf Barajas beantragt. Die Art der technischen Probleme war zunächst unbekannt. Nach dreistündiger Reparatur habe die Maschine den Flug Richtung Kanarische Inseln fortgesetzt.
Es war bereits der zweite Zwischenfall bei einem Ryanair-Jet in Spanien binnen 24 Stunden. Ein Flugzeug der Billiglinie, das am Samstag von Bristol in Großbritannien zur katalanischen Stadt Reus gestartet war, musste wegen eines Motorschadens eine Notlandung auf dem Flughafen El Prat von Barcelona machen.
Am vergangenen Donnerstag musste eine Ryanair-Maschine aus Weeze am Niederrhein nach schweren Turbulenzen beim Landeanflug auf dem Flughafen Palma de Mallorca notlanden. Drei Menschen wurden bei die Turbulenzen leicht verletzt.
Sommer voller Pannen
Am 26. Juli waren drei Ryanair-Flugzeuge mit Ziel Madrid wegen eines Gewitters nach Valencia umgeleitet worden. Die Maschinen hatten dabei den Notruf Mayday abgesetzt, da die Kerosinmenge ein kritisches Minimum erreichte. Anschließend wurden Vorwürfe laut, die Fluglinie setze die Piloten unter Druck, um die Maschinen aus Kostengründen nur minimal zu betanken.
Die wiederholten Zwischenfälle bei Ryanair-Jets hat das spanische Verkehrsministerium dazu veranlasst, den EU-Verkehrskommissar Siim Kallas und die irlandische Luftfahrtbehörde IAA dazu aufzurufen, die Luftfahrtsicherheit zu verbessern. Spanien will die nationalen Kompetenzen bei der Überwachung jener Fluggesellschaften erweitern, die in dem südeuropäischen Land eine starke Präsenz haben.
Ryanair-Chef Michael O'Leary weist Vorwürfe mangelnder Sicherheit seiner Airline entschieden zurück. In einem Gespräch mit einer spanischen Zeitung bezichtigte er das spanische Verkehrsministerium, eine Hetzkampagne gegen Ryanair zu betreiben.
APA