Nächstes Jahr kommt der "Teilzeit-Krankenstand"

Ein konkretes Modell zum Teilzeit-Krankenstand heizt die Diskussion in Österreich wieder an. Statt einem "Alles oder nichts"-Ansatz soll es möglich sein, nur teilweise in Krankenstand zu gehen und nebenbei zu arbeiten.

Ein konkretes Modell zum Teilzeit-Krankenstand heizt die Diskussion in Österreich wieder an. Statt einem "Alles oder nichts"-Ansatz soll es möglich sein, nur teilweise in Krankenstand zu gehen und nebenbei zu arbeiten.

Die "Alles-oder-nichts"-Mentalität, wenn es um Krankenstände geht, kostet den Krankenkassen viel Geld. In Deutschland ist der "Teilzeit-Krankenstand" derzeit ein heißes Thema, in Österreich wird das schon seit Jahren diskutiert. Laut der "Presse" gibt es nun ein Modell dazu. Noch 2016 soll es eine Lösung geben.

Nur zu 25 Prozent krank

Konkret könnte das so funktionieren: Je nach Schwere der Krankheit wird der Patient zu 100 Prozent, 75 Prozent, 50 Prozent oder nur zu 25 Prozent krankgeschrieben. Das reduziert die Arbeitszeit dementsprechend. Theoretisch ist es laut dem Modell also möglich, bei einem 8-Stunden-Tag nur zwei Stunden krank zu sein.

Bei ansteckenden Krankheiten wie einer Grippe kann die Regelung nicht gelten, Ziel der Maßnahme ist es vielmehr, Menschen mit langwierigen Krankheiten wie Krebs oder Burn-out langsam wieder ins Berufsleben zu integrieren.

Für Krebspatienten und Sportverletzte

"Viele Patienten würden gerne nach erfolgter Therapie und Rehabilitation wieder arbeiten, schaffen aber noch nicht die volle Belastung. Ein Teilzeit-Krankenstand wäre dabei hilfreich, um so Schritt für Schritt in den beruflichen Alltag zurückzukehren", sagte Paul Sevelda, Präsident der österreichischen Krebshilfe zur "Presse".

Martin Gleitsmann von der Wirtschaftskammer Österreich kann sich Teilzeit-Krankenstand auch bei Sportverletzungen vorstellen, beispielsweise in Berufen in denen man auch mit einer Fußverletzung arbeiten kann.

Das Modell findet auch bei der Ärztekammer Anklang. Der Berufseinstieg könnte dadurch erleichtert werden, vor allem für Menschen, die am Anfang noch keinen 8-Stunden-Arbeitstag schaffen. Es gibt aber noch offene Fragen, wie beispielsweise bei der Bezahlung. International orientiert man sich an Schweden, dort ist das Teilzeit-Krankenstandmodell bereits Realität.

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