Was ein Flitzer darf, dürfen seriöse Nackerpatzln schon lange – und deshalb öffnete das Leopold Museum für sie die Pforten. Und stolze 300 Besucher folgten dieser Einladung!
"Etliche Nudistenverbände haben bei uns angefragt, ob sie die Schau, Nackte Männer‘ textillos besuchen dürfen. Und da wir ein liberales Haus sind, kommen wir dem Wunsch jetzt nach", so Pressesprecher Klaus Pokorny zu "Heute".
Nach der regulären Öffnungszeit fanden am Montag ab 18 Uhr Extra-Führungen statt – aber was ist da der Unterschied? Die Kulturvermittler gingen auf spezifische Gruppen ein. Dabei gab es auch die eine oder andere Anekdote.
300 "Nackerte"
Laut Angaben des Museums war der "Nacktabend" ein voller Erfolg. Rund 300 Personen standen der "nackte männer"-Schau hüllenlos gegenüber. "Junge Männer und ältere Herren, junge Frauen und reife Damen flanierten durch das Museum, nackt wie Gott sie schuf", hieß es. Neben den im Voraus gebuchten Führungen fanden halbstündlich Gratisführungen für alle Kurzentschlossenen statt.
Nackt bei Minusgraden im MQ-HofDie Museumstemperatur, die bei etwa 21 bis 22 Grad liegt, empfand niemand als wirklich kalt. Die Besucher seien laut Leopold Museum teils aus Österreich, aber auch aus Deutschland, der Slowakei oder Russland gekommen, und bekleidet seien "lediglich die Museumsarbeiter, die doch beachtlich vielen Medienvertreter und die Kunstvermittler" gewesen.
Eine Gruppe war so euphorisiert, dass sie sich nach dem Ende ihrer Führung trotz der winterlichen Temperaturen ins Freie begab, um sich vor der "Mr. Big"-Skulptur von Ilse Haider im Haupthof des Museumsquartiers fotografieren zu lassen.
"Nackte Männer" bescherten Besucherplus
Bereits 2005 stürmten hüllenlose Kunstfans die Schau "Nackte Tatsachen", Grund dafür war damals aber eine gezielte Marketingaktion. Das haben "Nackte Männer" nicht nötig, 2012 bescherten sie (und andere Ausstellungen) dem Museum 364.168 Besucher (Plus von 16,9 Prozent).
und sehen Sie, wie motiviert die Besucher waren, nackt Kunst zu betrachten!