"Es lief der Radetzkymarsch, wie immer, wenn ich dusche", erklärt der Angeklagte am Donnerstag am Landesgericht Graz, berichtet die "Kleine Zeitung". Deshalb habe er nicht gehört, als drei Polizisten – eigentlich wegen des Verdachts auf einen Einbruch vor Ort – um 2 Uhr nachts an seiner Tür klopften. "Aufmachen, Polizei! Die Musik ist zu laut!"
Vor Gericht wirft der 62-Jährige ein: "Klaus Doldinger: Das Boot", sein Verteidiger schimpft "Bist ruhig!" Im Anschluss wedelte er jedenfalls mit einer Waffe aus der Tür heraus, laut eigenen Angaben ohne zu merken, dass Polizisten vor der Tür stünden. Er dachte an Einbrecher. Diese nahmen den Nackten daraufhin widerstandslos fest.
Schon damals dürfte auch dem Beklagten klar geworden sein, dass die Sache auch ganz anders ausgehen hätte können. Bereits vor Beginn der Verhandlung ging er auf die drei Polizisten zu, entschuldigte sich bei ihnen und wollte sich dafür bedanken, "dass ihr mich nicht erschossen habt. Ich weiß das zu schätzen". Er sei betrunken gewesen.
Vom Vorwurf, dem Widerstand gegen die Staatsgewalt, wurde er laut "Kleine Zeitung" deswegen freigesprochen. Wenn gleich es eine "irre Aktion" war, sei ihm im Zweifel nicht nachzuweisen, dass er wusste, dass die Polizei vor seiner Tür stand. "aber ist das ein echter Freispruch?“, wollte der Angeklagte daraufhin noch wissen, wurde aber von seinem Verteidiger abermals angefaucht. "Sag auf Wiedersehen! Und geh aussi bei der Tür!"