Es sind Ideen, die so skurril klingen, dass man sie nicht für wahr hält und dennoch bringen sie enormen Erfolg. Jean-Paul Reid hatte einen derartigen Geistesblitz. Der Südafrikaner entwickelte ein außergewöhnliches, aber gewinnbringendes Geschäftsmodell: Nacktputzen. Nach nur einem Monat beschäftigt die Firma des früheren arbeitslosen Buchhalters bereits 25 Mitarbeiter, etwa je zur Hälfte Männer und Frauen.
Reid hatte seinen Job als Buchhalter in Kapstadt verloren und war pleite. Sogar einen Großteil seiner Garderobe musste er zu Geld machen, erzählte der 29-Jährige der südafrikanischen Tageszeitung Times. Aus der Not machte er eine Tugend und gründete einen Putzservice mit dem gewissen Extra: Kleidung ist bei ihm optional.
"Es geht nicht um Sex"
Ob ganz nackt oder nur hemdfrei - alles geht bei Reid und seinen Putzfrauen und -männern. "Es geht nicht um Sex", erklärte der Zeitung. "Es geht um die Unterhaltung und natürlich auch um den Service." Bis zu 500 Bewerber hatte Reid für seinen Putzservice. Kein Wunder, sind doch in Südafrika 23,9 Prozent offiziell arbeitslos. "Ich weiß wie schlimm es werden kann. Ich hatte einen Punkt erreicht, wo ich mein Hab und Gut verkaufen musste", schilderte der ehemalige Buchhalter. "Ich hatte Schulden und war völlig am Ende."
Andere Geschäftsbereiche bereits nackt
Reid hat seine Dienste bereits ausgeweitet. Ein Jusstudent biete grundsätzliche Rechtsberatung an und ein Buchhalter helfe bei der Steuererklärung, erzählte er. Selbstverständlich auch nackt. Außerdem bieten in mehreren südafrikanischen Städten Handwerker, Installateure, Computerexperten und Köche ihre Dienste über seine Firma an. Auch aus den Nachbarstaaten Namibia und Botswana gibt es bereits Kundenanfragen. Die meisten Kunden seien Männer, erzählte Reid. Am beliebtesten sei immer noch der Putzservice. Kunden zahlen umgerechnet etwa 70 Euro für zwei Stunden Nacktputzen.