"Wenn ich dann zurücktrete, werde ich euch das schon mitteilen", raunte Rafael Nadal gestern leicht genervt in Richtung der Journalistenrunde. Der Spanier hatte soeben zum 60. Mal in seiner Karriere gegen Novak Djokovic gespielt und zum 31. Mal verloren.
Es könnte Nadals "Letzter Tanz" auf dem Court Phillipe-Chatrier gewesen sein, wo er 14 Mal die French Open gewann. Zumindest im Einzel, der 38-Jährige spielt im Doppel mit Landsmann Carlos Alcaraz weiter um eine Medaille. Beim 1:6, 4:6 gegen Djokovic war der Spanier seinem jahrelangen Kontrahenten lange komplett unterlegen.
Erst zum Ende der Partie drehte Nadal auf und konnte einen zwischenzeitlichen Rückstand von zwei Breaks wett machen. Zu wenig, um den Serben ernsthaft gefährden zu können. "Ich war nicht in der Lage, auf meinem benötigten Niveau zu spielen und er hat mir auch nicht viel zugelassen", analysierte Nadal.
Ohne die nötige Qualität in den Bällen und den nicht mehr jünger werdenden Beinen, sei es schwierig "dem Besten der Geschichte" Probleme zu bereiten, so der Iberer. "Ich fühle mich sehr erleichtert", meinte Djokovic nach seinem Sieg. Es sei für Nadal schade gewesen, habe er nicht auf seinem Toplevel agieren können. "Ich habe einfach alles Mögliche gemacht, um ihm das Leben auf dem Court schwer zu machen", so der 37-Jährige, der nun auf den Deutschen Dominik Koepfer trifft.