Nächster Schach-Eklat um den Analperlen-Schummler

Magnus Carlsen
Magnus CarlsenARUN SANKAR / AFP / picturedesk.com
Dem 19-jährigen Niemann gelang Anfang September ein spektakulärer Sieg über den norwegischen Weltmeister Carlsen. Eine Revanche brach dieser bereits nach dem ersten Zug ab.

Schach-Weltmeister Magnus Carlsen hat sich erstmals zu seinem Rückzug im Duell mit Hans Niemann geäußert und weitergehende Erklärungen für die Zeit nach dem Online-Turnier in Aussicht gestellt. In einem Interview des Portals "Chess24" antwortete Carlsen am Mittwoch auf die Frage, weshalb er die Partie gegen den 19 Jahre alten US-Amerikaner am Montagabend beim Online-Turnier "Julius Bär Generation Cup" nach nur einem Zug aufgegeben habe: "Leider kann ich mich dazu nicht äußern, aber die Leute können ihre eigenen Schlüsse daraus ziehen und das haben sie auch getan."

"Sehr beeindruckt von Niemann"

Zudem meinte der Norweger: "Ich muss sagen, dass ich von Niemanns Spiel sehr beeindruckt bin, und ich denke, dass sein Mentor Maxim Dlugy einen großartigen Job gemacht haben muss." Nachfragen, warum er Dlugy in diesem Zusammenhang erwähnte, wollte Carlsen nicht kommentieren. Auf die Frage, ob er sich zu einem späteren Zeitpunkt noch ausführlicher äußern werde, sagte er: "Ich hoffe, dass ich nach dem Turnier etwas mehr sage."

Hintergrund von Carlsens so wohl einmaligem Verhalten ist ein Streit mit Niemann, der sich Betrugsvorwürfen ausgesetzt sieht. Beweise für einen Betrug Niemanns liegen aber nicht vor. Der Vorwurf, dem sich der 19-Jährige ausgesetzt sieht, ist kurios. So mutmaßen die beiden kanadischen Großmeister Eric Hansen und Aman Hambleton in einem Livestream auf Twitch nämlich, dass Niemann manipulierte Analperlen verwendet habe, die ihm mit entsprechenden Signalen richtige Spielzüge "anzeigen" sollten.

Anfang September war es zum ersten Vorfall zwischen den Kontrahenten gekommen. Beim Sinquefield Cup in St. Louis verlor Superstar Carlsen überraschend gegen Niemann und zog sich erstmals in seiner Karriere von einem Turnier zurück. Gründe nannte der 31 Jahre alte Norweger nicht, er twitterte lediglich ein altes Interview des Fußball-Trainers José Mourinho, in dem der Portugiese sagte: "Ich ziehe es vor, nichts zu sagen. Wenn ich etwas sage, komme ich in große Schwierigkeiten, und ich möchte nicht in große Schwierigkeiten kommen."

Schon zweimal geschummelt

Die Schach-Szene deutete Carlens Ausstieg als Betrugsvorwurf gegen Niemann. Der US-Amerikaner gab während des Sinquefield Cups in einem Interview zu, zweimal als Teenager im Alter von zwölf und 16 Jahren bei Online-Partien betrogen zu haben, nie jedoch in Präsenz am Schachbrett.

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