Ghostwriting? Nächster Vorwurf rund um FH Wr. Neustadt

FH Wr. Neustadt: Nächster Schwindel durch Ghostwriting?
FH Wr. Neustadt: Nächster Schwindel durch Ghostwriting?Lie, Winkler
Der Fall rund um Ex-Ministerin Aschbacher könnte nur die Spitze des Eisberges sein. Ein hoher NÖ-Funktionär steht unter Ghostwriting-Verdacht.

Die Fachhochschule Wr. Neustadt steht weiter im Brennpunkt: Nach dem Plagiatsverdacht rund um die mittlerweile zurückgetretene VP-Ministerin Christine Aschbacher ("Heute" berichtete) tauchte nun ein weiterer, möglicher Schwindel auf: Ein hoher Funktionär aus NÖ steht unter „Ghostwriting“-Verdacht, sprich die Arbeit könnte ganz oder teils von Dritten verfasst worden sein. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung. 

Eine Arbeit von zwei Verfassern?

Experte Stefan Weber verglich die beiden Teile der Bachelorarbeit aus dem Jahr 2014 ("Heute" liegt die gesamte Diplomarbeit sowie das Gutachten von Dr. Stefan Weber aus dem Jahr 2018 vor, siehe Bilderstrecke Anm.) und fand drei Auffälligkeiten bezüglich eines möglichen Ghostwritings. Eine Arbeit glänze etwa mit geschliffenem Juristendeutsch, der zweite Teil überzeuge in teils holprigem Deutsch weniger.

Der damalige "Student" und namentliche Verfasser der Arbeit wurde mit den Vorwürfen bereits 2018 konfrontiert und bestritt jeglichen Ghostwriting-Vorwurf mit aller Vehemenz.

Externe Prüfung notwendig

Helga Krismer (Grüne) fürchtet indes um die Reputation der Fachhochschule Wr. Neustadt: „Klaus Schneeberger muss in seiner Multifunktion als VPNÖ-Klubobmann, Bürgermeister von Wr. Neustadt und Aufsichtsratvorsitzender der FH handeln. Es braucht eine große, externe Prüfung. Eine interne reicht nicht. Es geht immerhin um bereits zwei öffentliche Personen unter Verdacht."

"Kein Einzelfall"

Laut Helga Krismer dürfte es sich nicht um Einzelfälle handeln, sondern um einen Systemfehler. „Die FH Wiener Neustadt beauftragt wenige Externe für die Betreuung von Bachelor-und Masterarbeiten und kocht im eigenen Saft. Die Lehrenden haben also zum Lehrauftrag um 200 bzw. 400 Euro eine Arbeit von A bis Z zu begleiten, was im optimalen Fall sehr viele Stunden in Anspruch nimmt mit den Studierenden. Das ist ein enormer Produktionsdruck um wenig Geld. Auch die Fluktuation bei den Lehrenden hat Aussage. Klaus Schneeberger ist hauptverantwortlich.“

Bereits 2010 war die FH Wr. Neustadt im Blickpunkt gestanden, als einige Polizisten in nur wenigen Monaten zu einem akademischen Titel kamen.

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