Trotz Andi Babler, einem aussichtsreichen Spitzenkandidaten aus Niederösterreich, deklarieren sich einige hochrangige SPÖ-Funktionäre aus NÖ für den burgenländischen Landeshauptmann - mehr dazu hier.
Nun gibt auch der Bürgermeister der Stadtgemeinde Bruck an der Leitha eine Wahlempfehlung ab. Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, wer an die Spitze der SPÖ im Bund kommen solle, so SPÖ-Stadtchef Gerhard Weil, es habe doch "einige Scharmützel gegeben in der Vergangenheit".
„Ich bin nicht gegen Pamela Rendi-Wagner. Im Gegenteil. Ich anerkenne sehr, dass sie unsere Partei in einer sehr schwierigen Phase geführt und ihr Bestes gegeben hat. Ich bin auch nicht gegen Andi Babler. Im Gegenteil, ich kenne ihn auch persönlich sehr gut. Er leistet in Traiskirchen eine tolle Arbeit als Bürgermeister“, so Weil weiter. „Aber in der Frage, wer neuer SPÖ-Vorsitzender werden sollte, bin ich voll überzeugend für Hans Peter Doskozil. Ich bin, seit er Verteidigungsminister war, mit ihm in Kontakt und er ist in ganz Österreich bekannt“, sagt Gerhard Weil. Im Burgenland seien von Doskozil "zahlreiche Verbesserungen für die Lebensrealität der Menschen durchgesetzt" worden.
Zuletzt hatten sich auch der Ternitzer Bürgermeister Rupert Dworak und die Schwechater Bürgermeisterin Karin Baier für den burgenländischen Landeshauptmann ausgesprochen.
Kommenden Dienstag tritt jedenfalls die Wahlkommission zusammen, danach steht fest, wer bei der SPÖ-Mitgliederbefragung antreten kann. Damit startet der rote Wahlkampf quasi auch offiziell. Die stärksten Herausforderer sind laut Jetztstand Hans Peter Doskozil und Andreas Babler. Pamela Rendi-Wagner gibt die über dem Dreikampf stehende Amtsinhaberin.
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Die Wahlkommission, die mit Harry Kopietz und Michaela Grubesa ein Vorsitzteam hat, das die Lager Rendi-Wagners und Doskozils repräsentiert, tritt reichlich spät zusammen dafür, dass immerhin noch Fragen wie die genaue technische Abwicklung oder die Art der Auszählung zu klären sind. Denn nicht einmal zwei Wochen später beginnt schon die Befragung, zu der die rund 147.000 Mitglieder von 24. April bis 10. Mai eingeladen sind.
Mit Dienstag wird auch feststehen, wer es auf den Stimmzettel geschafft hat. Allzu viele der ursprünglich 73 Bewerber dürften nicht übrig geblieben sein. Für Neueinsteiger und Spaßkandidaten war die Hürde von 30 Unterstützungserklärungen aus der Partei offenkundig zu hoch. Bisher haben nur jene drei, die realistische Chancen haben, das Einreichen verkündet.
Gleich nach Ostern folgt für Andreas Babler übrigens die Programm-Präsentation in seiner Heimatstadt Traiskirchen, für seine Tour durch das Land sind Termine in acht Bundesländern angesetzt, zumindest vorerst fehlt ein Auftritt im Landtagswahl-kämpfenden Salzburg. Dem steht der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil nicht nach. Seine nicht zufällig so benannte "Freundschaftstour" soll ihn vornehmlich an Wochenenden durch alle Bundesländer führen. Unter der Woche hat er ja als Landeshauptmann genug zu tun, ist die Sub-Botschaft. Der einzige Groß-Event findet in Knittelfeld statt. Sein Programm hat Doskozil als erster vorgelegt.
Zumindest offiziell will Pamela Rendi-Wagner bei dem Wettlauf nicht mitrennen. Aus ihrem Umfeld heißt es, sie konzentriere sich vornehmlich auf ihre Aufgabe als Partei- und Klubvorsitzende. Unterwegs ist sie natürlich trotzdem, nur eben in offizieller Mission, wenn sie als SPÖ-Chefin etwa Bezirkspartei-Konferenzen besucht. Die breite Öffentlichkeit muss sie weniger suchen, die bekommt sie in ihrer angestammten Rolle ohnehin, etwa bei einem Auftritt zuletzt im ORF-"Report". Ein am Anfang des roten Dramas angedachtes Dreier-Treffen vor Mitgliedern und/oder Öffentlichkeit scheint ebenfalls noch nicht ganz vom Tisch.