Infantino hat sich in den letzten Wochen besonders ins Rampenlicht gestellt. Der mächtige Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA ist mehrmals während der WM-Endrunde in den USA, in Kanada und Mexiko aufgetreten, ließ sich extrem oft in den Stadien blicken. Und traf immer wieder US-Präsident Donald Trump. Über allem schwebt auch die Aussetzung der Rot-Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun nach einem Telefonat mit Trump.
Nun soll der Schweizer, der mächtigste Mann im Weltfußball, einen ganz verrückten Plan haben, um auch weiterhin so viel Geld wie möglich zu scheffeln, und auch seine Macht abzusichern, berichtet zumindest die britische "Times". Infantino wolle demnach nämlich sogar die Fußball-WM privatisieren.
Konkret soll eine Firma gegründet werden, die künftig für die Abwicklung von Weltmeisterschaften und der neu eingeführten Klub-WM verantwortlich sein soll. Private Investoren könnten dann Anteile an diesem Unternehmen erwerben, heißt es. Mehr noch: Einzelne Anteile sollen auch bereits Personen aus dem Umfeld der US-Regierung von Präsident Trump angeboten worden sein. Im Bericht wird bereits ein möglicher Hauptinvestor der neuen Firma genannt: Joshua Kushner, der Bruder von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner. Auch die Bank JP Morgan soll Interesse haben.
Das wäre freilich ein Stich ins Herz für Fußball-Traditionalisten, ein weiterer, riesiger Schritt in Richtung der Kommerzialisierung der Weltsportart Nummer eins. Demnach könnten 20 bis 30 Prozent an der neu gegründeten Firma veräußert werden, während die Mehrheit von zumindest 50,1 Prozent bei der FIFA bleiben und 20 Prozent an die 211 FIFA-Mitgliedsverbände gehen sollen.
Das würde dann bedeuten, dass jeder Verband einen Anteil von kolportierten 20 Millionen Dollar (beinahe 18 Millionen Euro) erhalten würde. Diese könnten dann wiederum an Investoren abgegeben werden. Gerade kleinere Verbände könnten davon deutlich profitieren, Infantino könnte diese somit auch für seinen Plan gewinnen.
Und was hätte Infantino selbst davon? Der Schweizer soll demnach Vorstand der neuen Firma werden, spätestens im Jahr 2031, wenn seine letzte Amtszeit als FIFA-Präsident abläuft – im kommenden Jahr wird Infantino wohl an der Spitze des Fußball-Weltverbandes wiedergewählt. Dann könnte Infantino seine Macht im Fußball weiter einzementieren und könnte demnach in riesige Gehaltssphären aufsteigen. Von über 60 Millionen Euro pro Jahr ist die Rede, in etwa so viel, wie auch der NFL-Commissioner Roger Goodell kassiert.