Welt

Naher Osten: Obama ruft zu Frieden auf

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:11

Einen Tag nach der freundlichen Begrüßung in Israel ist US-Präsident Barack Obama von den Palästinensern ein kühler Empfang bereitet worden. Obama nahm sich für seinen Besuch im besetzten Westjordanland nur vier Stunden Zeit.

ist US-Präsident Barack Obama von den Palästinensern ein kühler Empfang bereitet worden. Obama nahm sich für seinen Besuch im besetzten Westjordanland nur vier Stunden Zeit. Barack Obama ruft Israelis und Palästinenser noch einmal eindringlich zum Frieden aufgerufen.

"Israel befindet sich derzeit an einem Scheideweg", sagte Obama am Donnerstag in einer Rede in Jerusalem. Auch wenn sich das Land angesichts seiner umfangreichen militärischen Verteidigungsanlagen sicher fühle, sei "Frieden der einzige Weg zu wirklicher Sicherheit".

Obama forderte bei seiner Ansprache vor jungen Menschen in Israel mehr Gerechtigkeit für die Palästinenser. "Es ist nicht fair, dass palästinensische Kinder nicht in ihrem eigenen Staat aufwachsen können", sagte Obama. "Israelis müssen anerkennen, dass die fortgesetzten Siedlungsaktivitäten der Sicherheit nicht dienen." Auch seine kritischen Äußerungen wurden von den israelischen Studenten immer wieder mit begeistertem Applaus quittiert.

Kurzbesuch

Obama flog am Donnerstag mit dem Hubschrauber nach Ramallah und traf sich dort mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas. Entlang des Roten Teppichs begrüßten Vertreter der Palästinenser-Regierung den US-Präsidenten mit größtenteils versteinerten Mienen. Ein Großaufgebot an Polizei hielt eine Gruppe von etwa 150 Demonstranten auf Distanz, die gegen Obamas Besuch protestierten.

Palästinensische Führer werfen Obama Untätigkeit im Nahost-Konflikt vor. Ihrer Auffassung nach haben die USA den palästinensischen Traum vom eigenen Staat beiseitegeschoben. Auch an Obamas Reise knüpften sich kaum Erwartungen auf eine neue Impulse. Denn der US-Präsident hat vor seinem ersten Staatsbesuch in Israel und den Palästinenser-Gebieten selbst deutlich gemacht, dass er keine Friedensinitiative im Gepäck habe, sondern es ihm ums "Zuhören" und ein "besseres Verständnis" gehe. In einem von einem lokalen Sender verbreiteten sarkastischen Video .

Obama bleibt nur vier Stunden

Bereits in den Tagen zuvor hatte es im Westjordanland und im Gazastreifen sporadische Kundgebungen gegeben. In Ramallah und Bethlehem wurden Plakate mit Obamas Konterfei verunstaltet und mit abschätzigen Kommentaren versehen. Nach den politischen Gesprächen wird Obama an einem Kulturprogramm mit jungen Palästinensern teilnehmen. Der Besuch in den Palästinenser-Gebieten soll nur gut vier Stunden dauern. Ramallah ist nach Jerusalem die zweite Station auf Obamas Nahostreise.

Während des vorangegangenen Israel-Besuchs Obamas schlugen am Donnerstag zwei Raketen im Süden des Landes ein, militante Palästinenser hatten in der Früh vier Raketen abgefeuert. Die vom Gazastreifen abgefeuerten Geschoße landeten in der Grenzstadt Sderot. Nach Polizeiangaben gab es Sachschaden, aber keine Verletzten. Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen. Es war die zweite Raketenattacke, seit ein Waffenstillstand im November heftige Gefechte zwischen radikalen Palästinensern und dem israelischen Militär an der Grenze beendete. Obama hielt sich während des Angriffs 80 Kilometer entfernt von Sderot in Jerusalem auf.

Obama lässt Gazastreifen aus

Im Rahmen seiner Nahost-Reise besucht Obama auch Jordanien. Den Gazastreifen besucht er nicht. Dort regiert die radikal-islamische Palästinenser-Gruppe Hamas, die sich die Zerstörung Israels zum Ziel gesetzt hat. Sie konkurriert mit der Fatah-Gruppe des vom Westen gestützten Abbas. Dieser reagierte mit scharfer Kritik auf den Raketenangriff. "Wir verurteilen Gewalt gegen Zivilisten, unabhängig von wem sie stammt. Das gilt auch für Raketenfeuer", wurde Abbas von der amtlichen palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa zitiert.

 Am zweiten Tag seines Israels-Besuchs besichtigte Obama zunächst die jahrtausendealten Schriftrollen vom Toten Meer im Israel-Museum in Jerusalem. Er wurde dabei von Netanyahu begleitet. Auf den Qumran-Schriftrollen vom Toten Meer sind unter anderem die bisher ältesten handschriftlichen Bibel-Texte aus dem antiken Judentum festgehalten. Sie sind zum Teil auf Hebräisch abgefasst und Ausweis der historischen Wurzeln der Juden in der Region. Die ältesten datieren aus dem dritten Jahrhundert vor Christus und die jüngsten aus dem späten ersten Jahrhundert nach Christus.

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