Welt

Nahost: Gespräche mit zahlreichen Bedingungen

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:24

Israel und die Palästinenser haben sich kurz vor der Aufnahme neuer Verhandlungen pessimistisch über die Erfolgsaussichten geäußert. Eine dauerhafte Waffenruhe ist nicht in Sicht. Beide Seiten haben Bedingungen aufgestellt, die das jeweilige Gegenüber nicht zu erfüllen bereit ist.

Die indirekten Gespräche sollen am Sonntag in der ägyptischen Hauptstadt Kairo weitergehen. Am Mittwoch hatten Israel und die Hamas zu diesem Zweck eine vereinbart. Die humanitäre Lage der Menschen im Gazastreifen ist weiterhin katastrophal.

Bedingungen auf beiden Seiten

Von Seiten der radikal-islamischen Hamas heißt es nach wie vor: "Israel hat zwei Möglichkeiten: Unseren Forderungen zuzustimmen oder sich auf einen Abnutzungskrieg vorzubereiten." Aus Jerusalem kommt die übliche Antwort: Eine langfristige Waffenruhe gibt es nur, wenn die Hamas und andere militante Gruppen entwaffnet werden. Die Islamisten lehnen das naturgemäß ab und verlangen ihrerseits ein Ende der Blockade des Küstenstreifens sowie die Freilassung von Gefangenen.

Ägyptische Vermittler haben unterdessen einen Fahrplan für eine langfristige Feuerpause gebastelt.


Demnach soll Israel den palästinensischen Fischern erlauben, weiter als bisher zum Fischen aufs Mittelmeer hinauszufahren. Eine 300 Meter breite Sperrzone auf palästinensischer Seite des Grenzzaunes zu Israel, die Palästinenser nicht betreten dürfen, solle schrittweise verkleinert und zum Beginn des nächsten Jahres komplett aufgehoben werden.
Über die Freilassung palästinensischer Gefangener sowie die Übergabe der Leichen zweier israelischer Soldaten solle später verhandelt werden.
Die Hamas müsste sich im Gegenzug verpflichten, ihre Tunnelaktivitäten einzustellen. Israel hat während des jüngsten Gaza-Krieges mehrere Dutzend dieser Tunnel zerstört. Die Bedrohung durch Hamas-Kämpfer, die durch die Tunnel in Israel eindringen könnten, galt als ein Auslöser der Bodenoffensive im Gazastreifen.

Die Menschen im Gazastreifen rechnen nicht mit einem dauerhaften Ende der Kämpfe. Sie gehen immer nur kurz in ihre Häuser, um Sachen zu holen, dann kehren sie in die Einrichtungen des Hilfswerks UNRWA zurück. Etwa 218.000 Menschen harren derzeit in den UN-Unterkünften aus.

Die EU-Außenminister hatten am Freitag die Lage im Gazastreifen als "desaströse humanitäre Situation" kritisiert. Sie forderten ebenfalls eine Entwaffnung der Hamas.

Seit Beginn der Offensive starben mehr als 1.950 Menschen, mehr als 10.000 wurden verletzt. Auf israelischer Seite wurden 64 Soldaten und drei Zivilisten getötet, mehrere Hundert Menschen erlitten Verletzungen.

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