Im August öffnet das Bärenland in Arosa seine Pforten. Der erste Bewohner – der frühere Zirkusbär "Napa" – ist nach einer strapaziösen Reise eingezogen.
Das neue Arosa Bärenland im Schweizer Kanton Graubünden hat am Mittwoch seinen ersten Bären empfangen. Dieser musste zuvor in einer 28 Stunden langen Reise knapp 1.500 Kilometer zurücklegen. Bär "Napa" wurde mit einer Bärenambulanz der Organisation Vier Pfoten transportiert, die auf Langstreckentransporte von Wildtieren spezialisiert ist.
Napas Reise begann am Tag zuvor im Zoo Palic in Serbien, wo er seit Oktober 2016 übergangsweise untergebracht war. Spezielle Klima- und Belüftungsanlagen sorgten während der Fahrt für angenehme Bedingungen. "Ergänzend wurde der Bär regelmäßig gecheckt und erhielt jede Stunde eine Trinkpause", sagt Pascal Jenny, Kurdirektor von Arosa und Präsident der Stiftung Arosa Bären.
Ab der Ankunft in Arosa gab es für das Team allerdings einige Herausforderungen zu meistern. "Der Transportkäfig wog mit Napa rund 550 Kilo. Diesen von der Bärenambulanz in die Gondel zu befördern, war eine logistische Meisterleistung", erzählt Vier-Pfoten-Bärenexperte Carsten Hertwig: Ich bin sehr froh, dass alles so gut verlaufen ist und Napa endlich in seinem endgültigen Zuhause angekommen ist."
Drei Hektar Naturfläche (noch) für sich allein
Der Bär wurde bereits in einem Zoo geboren und später als Attraktion an den serbischen Zirkus Corona verkauft. "Dort wurde er über Jahre hinweg in einem kleinen, verrosteten Metallkäfig gehalten", berichtet Hertwig.
"Umso erfreulicher ist es jetzt natürlich, dass alles geklappt hat, der Bär endlich Kontakt zu seinen Artgenossen erhält und er sich in der drei Hektar großen Naturfläche des Bärenlandes frei bewegen kann", so Vier Pfoten in einem offiziellen Statement.
Neues Heim, neues Glück – und neuer Name
Nicht nur sein Lebensraum ändert sich, sondern auch sein Name.
Da der Bär, nachdem er aus der Käfighaltung gerettet worden war noch keinen Namen hatte, gaben ihm die Tierpfleger den provisorischen Namen Silva. Jetzt trägt er den Namen Napa.
Jenny bestätigt, dass sich der Bär gut eingelebt habe: "Er ist sehr neugierig und erkundet alles. Gleich nach der Ankunft hat er eine Tomate verspeist, das war für uns natürlich ein Highlight."
Bär Napa wird vorerst der einzige Bewohner des neuen Bärenparks sein. Bis 2019 jedoch sollen noch vier weitere Artgenossen dazu kommen und gemeinsam mit ihm im neu erbauten Bärenland in Arosa leben.
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(juu/red)