Die ungewöhnlich lange Nase des X-59 macht das Forschungsflugzeug schon auf den ersten Blick zu etwas Besonderem. Doch dahinter steckt keine Design-Spielerei: Die Form soll bewirken, dass der typische laute Überschallknall am Boden deutlich leiser ankommt.
Bei Testflügen im September hat der Jet jetzt Mach 1,53 erreicht - das entspricht rund 1.625 Kilometern pro Stunde. Das ist mehr als die geplante Reisegeschwindigkeit von Mach 1,4 und der höchste Wert, den die Maschine je erreicht hat.
Wie es bei Forschung und Wissen heißt, absolvierte der X-59 sechs Testflüge innerhalb einer Woche - ein neuer Rekord. Am 22., 24. und 25. September fanden jeweils zwei Flüge statt. Insgesamt hat das Flugzeug damit bereits 38 Testflüge absolviert.
Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass die Schallmauer nur beim Durchbrechen einmal laut knallt. Tatsächlich entstehen die Druckwellen während des gesamten Überschallflugs. Die besondere Form des X-59 soll diesen Druckverlauf so beeinflussen, dass er weniger störend wahrgenommen wird.
Die NASA betont ausdrücklich: Der X-59 ist kein Prototyp eines Passagierflugzeugs und wird auch nie Passagiere befördern. Es handelt sich um ein reines Forschungsinstrument. Sein Zweck ist es, Daten zu sammeln, wie Menschen auf das leisere Geräusch reagieren.
Im Rahmen der Mission Quesst sollen überflogene Gemeinden nach ihren Eindrücken befragt werden. Erst dann zeigt sich, ob der besondere Entwurf das entscheidende Hindernis für eine neue Art des Überschallverkehrs tatsächlich aus dem Weg räumen kann.