Vor zwei Jahren hatte die Nationalbank (OeNB) beschlossen, die Hälfte ihrer 280 Tonnen Goldreserven von ausländischen Lagerplätzen zurück nach Österreich zu holen. Die ersten 30 Tonnen sind schon da, nächstes Jahr sollen es noch mehr werden.
Nachdem im Vorjahr bereits 15 Tonnen heim geholt wurden, kam heuer nochmals die selbe Menge hinzu, berichtet "Die Presse". Dies entspricht einem Wert von rund einer Milliarde Euro. "Nächstes Jahr wollen wir deutlich mehr zurückholen, vielleicht werden es 30 Tonnen sein. Auf alle Fälle bleibt unser Ziel aufrecht, bis 2020 die Hälfte der Goldreserven in Wien zu haben", sagt Franz Partsch, Direktor der Hauptabteilung Treasury in der Nationalbank.
Seit dem Zweiten Weltkrieg hatte die Nationalbank die österreichischen Goldreserven in Höhe von 280 Tonnen vollständig im Ausland gelagert, den größten Teil davon in London. Der Euro und der steigende Goldpreis, in erster Linie aber die Finanzkrise, haben zu einem Umdenken geführt.
"Der Zweck von Goldreserven ist es generell, in Krisenszenarien das Potenzial zu haben, dieses Gold gegen Fremdwährung zu tauschen oder Fremdwährungsfinanzierung aufzunehmen", so Partsch. Der Teil, der jetzt nach Wien kommt, sei quasi eine eiserne Reserve in extremen Krisen. Der in London verbleibende Teil kann in Krisenzeiten zur Beschaffung von Devisen verwendet werden.
Es liegen übrigen auch ein paar Tonnen Gold bei der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt: Die EZB hat auf insgesamt 500 Tonnen Gold der Euro-Mitgliedsstaaten für Notfälle Zugriff.