SPÖ-Chefin Rendi-Wagner war den Tränen nahe

Ein Stück des Weges einsam gehen: So wenige Menschen wie noch nie erwärmten sich für die Ideen der SPÖ. Die Roten sind auf einem historischen Tiefpunkt. Rendi-Wagner will dennoch weitermachen.

"Die Richtung stimmt." Die Abschlussworte von Pamela Rendi- Wagner in der Wiener Löwelstraße wirkten am Sonntag beinahe wie ein Hohn, zumindest aber wie Realitätsverweigerung.

Kurz zuvor musste die SPÖ ihr schlechtestes Ergebnis aller Zeiten hinnehmen, kurz danach, um 21.40 Uhr, wurde auch schon die Bühne im Festzelt (freilich ohne Fest) abgebaut. Nur 21,7 Prozent machten ihr Kreuz noch bei den Roten – ein Minus von 5,1 Prozent.

Die erste Vorsitzende der Parteigeschichte (rote Bluse, weißer Blazer) wirkt niedergeschlagen, den Tränen nahe, bekam aber Trost-Applaus von den eigenen Funktionären.

"Es ist nicht das Ergebnis, das wir uns gewünscht haben. So ehrlich muss man sein", kommentierte Rendi-Wagner den historischen Tiefpunkt, übte sich dann aber in Zweckoptimismus: "Es waren die richtigen Themen, auf die wir gesetzt haben. Weil sie die Antworten auf die Probleme der Menschen sind – und sein werden."

"Katastrophales Ergebnis"

Das sah Julia Herr, Chefin der Sozialistischen Jugend, anders: "Es ist ein katastrophales Ergebnis, man muss sich inhaltlich komplett neu aufstellen." Rendi-Wagner beschwichtigte die Mitglieder: "Heute ist nur eine Zwischenstation. Dieser Weg – es ist der Weg der Menschlichkeit –, der geht weiter."

Ob der in eine Koalition führt? Hans Peter Doskozil zu "Heute": "Das war kein Regierungsauftrag." Während er auf Opposition plädiert, schließt Wiens Bürgermeister Michael Ludwig derzeit nur eine Koalition mit der FP weiter aus.

Rendi-Wagner: "Ich freue mich, den Weg mit euch weiterzugehen." Es ist ein einsamer Weg...

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