Szene

Naturhistorisches Museum gibt 178 Bilder zurück

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:59

Schon Mitte 2011 verkündete die Kommission für Provenienzforschung, dass das Naturhistorische Museum 178 Objekte aus seinem Bestand an die Erben des in der NS-Zeit verfolgten jüdischen Journalisten und Botanikers Ernst Moritz Kronfeld zurückgeben musste.

Die offiziellen Mühlen mahlen langsam. Erst am 30. April 2014 folgte der Beschluss von Ministerin Claudia Schmied. Bis die 177 Pfanzenbilder und das Verzeichnis von Handzeichnungen dann wirklich das Museum am Ring verließen, dauerte es bis Ende September. Am 30. September wurden die Bilder dann wirklich restituiert. Im Museum begründete man die lange Wartezeit mit der notwendigen Klärung der Vollmachten, Haftungen und Erben.

Bilder von erster Karibik-Expedition Österreichs

Die Zeichnungen wurden bei der ersten wissenschaftlichen Expedition Österreichs 1754 bis 1759 zu den Westindigen Inseln (Karibik) angefertigt, u.a. vom Botaniker und Expeditionsleiter Nikolaus Joseph von Jacquin (1727-1817) und dem Gärtner und späteren Hofgarten- und Menageriedirektor Ryk van der Schot.

Bilder 1988 von Antiquariat gekauft

Die Bilder stammen aus dem Besitz von Dr. Ernst Moritz Kronfeld, nun bekommen seine Erben die wertvollen Zeichnungen. Kronfeld (1865-1942) war jüdischer Journalist, Gartenhistoriker und Botaniker. Der von den Nationalsozialisten verfolgte Ernst Moritz Kronfeld versuchte 1941 Bestände seiner Sammlungen zu verkaufen. Nach seinem Tod 1942 tauchten Sammlungsteile im Kunsthandel auf. Das NHM erwarb den Großteil der nun restituierten Objekte 1988 "in gutem Glauben" von einem Antiquariat. Sie wurden in den vergangenen Jahren immer wieder in Sonderausstellungen im NHM und in anderen Häusern gezeigt.

NHM: Geburtstag und neues Planetarium

Grund zur Freude hat man in Naturhistorischen Museum zur Zeit trotzdem. , 27 Tonnen schwer und 1,5 Millionen Euro teuer, ist seit Sonntag in Betrieb. Außerdem feiert das Museum gerade seinen 125er.

APA/red.

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