Einsatz von Atomwaffen

Nawalny-Witwe über Putin: "Würde es wahrscheinlich tun"

Die Witwe des verstorbenen Kreml-Kritikers Alexei Nawalny würde Putin einen Atomwaffeneinsatz zutrauen: "Niemand weiß, was er morgen machen wird."

20 Minuten
Nawalny-Witwe über Putin: "Würde es wahrscheinlich tun"
"Putin macht den Menschen Angst und hält sie in Angst": Kremlgegnerin Julia Nawalnaja hält Putin für unberechenbar.
IMAGO/Sven Simon

Kremlgegnerin Julia Nawalnaja hält Russlands Präsidenten Wladimir Putin für unberechenbar – und schließt nicht aus, dass der Kremlchef irgendwann doch Atomwaffen einsetzen könnte. "Wir wissen nicht, was wir von ihm zu erwarten haben", sagte die Witwe des verstorbenen russischen Oppositionellen Alexei Nawalny in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Sie fügte hinzu: "Wahrscheinlich würde er es tun."

Es sei wie zu Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine: Sie hätte damals auch nicht mit dem Angriff Putins gerechnet, weil es derart starke Verbindungen zwischen den beiden Ländern gebe. "Aber er hat beschlossen, es zu tun. Er macht den Menschen Angst und hält sie in Angst. Niemand weiß, was Putin morgen machen wird." Sie sei sich nicht sicher, ob der Kremlchef wirklich eine "starke Strategie" habe.

"Er tötet seine Gegner"

In der Festnahme mehrerer mutmaßlicher russischer Spione sieht Nawalnaja ein weiteres Zeichen dafür, dass Putin seinen Kampf längst auch im Herzen Europas mit allen Mitteln führt. "Putin hat nicht jetzt damit angefangen – er macht es schon die ganze Zeit. Er beginnt Kriege, er tötet seine Gegner", sagte sie und fügte hinzu: "Ich bin immer davon ausgegangen, dass es in Europa viele russische Spione gibt, das ist offensichtlich." Sie bedauerte vielmehr, dass Europa die von Russland ausgehenden Gefahren nicht früher benannt habe. "Mir wäre es lieber, wenn Europa dies viel häufiger und früher thematisiert hätte. Dann hätten wir wahrscheinlich einige Kriege und einige Morde verhindern können."

In Bayern wurden am vergangenen Mittwoch zwei deutsch-russische Staatsbürger festgenommen, die für Moskau Ziele für mögliche Sabotageakte in Deutschland ausgekundschaftet haben sollen. Beide sitzen in Untersuchungshaft. In Polen ließ der dortige Geheimdienst einen Mann festnehmen, der dem russischen Militärgeheimdienst angeblich bei der Planung eines Attentats auf den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski helfen wollte.

Die Bilder des Tages

1/58
Gehe zur Galerie
    27.05.2024: 63 % wollen die Grünen nicht mehr in Regierung sehen. In Umfragen liegen die Grünen nur um die 8 %. Trotzdem wollen 29 %, dass sie der nächsten Regierung wieder angehören. <a data-li-document-ref="120038727" href="https://www.heute.at/s/63-wollen-die-gruenen-nicht-mehr-in-regierung-sehen-120038727">Das zeigt eine neue Umfrage.</a>
    27.05.2024: 63 % wollen die Grünen nicht mehr in Regierung sehen. In Umfragen liegen die Grünen nur um die 8 %. Trotzdem wollen 29 %, dass sie der nächsten Regierung wieder angehören. Das zeigt eine neue Umfrage.
    HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com

    Auf den Punkt gebracht

    • Julia Nawalnaja, die Witwe des verstorbenen Kreml-Kritikers Alexei Nawalny, hält es für möglich, dass Russlands Präsident Wladimir Putin Atomwaffen einsetzen könnte, da er unberechenbar sei und keine klare Strategie zu haben scheine
    • Sie betonte, dass Putin bereits Kriege begonnen und Gegner getötet habe und bedauerte, dass Europa die von Russland ausgehenden Gefahren nicht früher benannt habe
    • Sie äußerte sich besorgt angesichts der Festnahme mutmaßlicher russischer Spione in Europa
    20 Minuten
    Akt.