Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny lag nach einer Vergiftung im künstlichen Koma. Er wird nun in Deutschland in der Berliner Charité behandelt. Seit Jahren gehört Nawalny zu den schärfsten Kritikern des russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Weitere Speziallabore in Frankreich und Schweden haben eine Vergiftung bestätigt. Der Kreml-Kritiker befindet sich nun auf dem Weg der Besserung.
Wie die Berliner Charité am Montag mitteilt, hat sich der Gesundheitszustand von Nawalny verbessert. Er werde nicht länger künstlich beatmet und könne zeitweise das Krankenbett verlassen.
Neue Erkenntnisse im Fall Nawalny zeigen: Der russische Oppositionelle hätte noch im Flugzeug sterben sollen. Das Gift sei noch härter als bislang bekannte Formen des Nervengifts Nowitschok, sagte der Präsident des Bundesnachrichtendienstes Bruno Kahl. Das berichtet der "Spiegel".
Die deutschen Sicherheitskräfte gehen davon aus, dass die Täter nur über den russischen Staatsapparat an eine solch hohe Konzentration von Nowitschok gelangt sein können.
Auch gehen die deutschen Behörden davon aus, dass das Gift so hoch dosiert gewesen sei, dass Nawalny noch an Ort und Stelle der Vergiftung – im Flugzeug von Sibirien nach Moskau – hätte sterben sollen. Nur das beherzte Eingreifen des Piloten, der im sibirischen Omsk notlandete und die dortige Behandlung mit einem Gegengift im Spital sollen verhindert haben, dass Nawalny starb.
Hochrangige russische Politiker haben mehrfach vehement bestritten, dass Russland hinter der Vergiftung Nawalnys steht. Stattdessen wirft Moskau Deutschland vor, mit dem Fall Nawalny Politik betreiben zu wollen. Russland will Nawalny von eigenen Ermittlern in Berlin vernehmen lassen.