Vor einem Monat begann der Krieg in der Ukraine - seitdem lebt die ganze Welt in Angst vor einer weiteren Eskalation. Russische Truppen haben in den 30 Tagen keine größeren Erfolge verzeichnet, seit einiger Zeit stockt die Angriffsoffensive. Indes soll sich im Nordwesten der Ukraine das russische Militär nach hohen Verlusten teils zurückgezogen haben. Auch die vom Westen angeordneten Wirtschaftssanktionen scheinen Experten zufolge Wirkung zu zeigen.
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Auch Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) thematisierte den Ukraine-Krieg im Ö1-"Morgenjournal". Er sagte, dass die EU, gemeinsam mit den USA, "alles dazu beitragen", um den Krieg zu stoppen und eine Waffenruhe herzustellen. Der Krieg sei sehr intensiv und fordere viele Todesopfer auf beiden Seiten, daher müsse er so schnell wie möglich aufhören, so Nehammer. Die vom Westen eingeführten Sanktionen hätten schwere Auswirkungen auf die russische Wirtschaft und würden sie für die nächsten Jahrzehnte stark schädigen, behauptet der Bundeskanzler. Der russische Präsident Wladimir Putin sehe, dass Gewalt das falsche Mittel sei.
Bei einem EU-Gipfel gehörte Österreich, gemeinsam mit Deutschland, zu jenen Ländern, die sich nicht bereit erklärt haben, auf russisches Gas zu verzichten - dafür hagelte es Kritik vor allem von polnischer und finnischer Seite. Nehammer: "Als Bundeskanzler habe ich das Ziel, die Versorgung in Österreich zu sichern." Er betonte, dass es Zeit brauche, um aus der russischen Abhängigkeit wegzukommen. Der Kanzler betonte, dass es jetzt kreativere Sanktionen brauche. Die EU und die USA würden noch immer Teile produzieren, die für russische Drohnen und Flugzeuge verwendet werden. "Es braucht Ideen, um die Sanktionen zu verschärfen", so Nehammer.
Im Morgenjournal sprach der Bundeskanzler auch über den Konflikt am Westbalkan. Es gebe dort eine instabile Situation, da in Bosnien-Herzegowina demnächst Wahlen stattfinden sollen, es jedoch keine Einigung gebe, was die Durchführung angeht. Daher steige laut Nehammer auch im Westbalkan die Angst, dass Russland "da beginnt, die Situation zu destabilisieren". Man müsse daher vorsichtig sein und die Lage genau beobachten.
Auf die Forderung von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP), 10 Milliarden Euro mehr für das Bundesheer zu investieren, antwortete der Kanzler: "Es wurde jahrzehntelang nicht ins österreichische Bundesheer investiert, die Neutralität muss verteidigt werden." Er sei jedoch nicht derjenige, der genaue Zahlen nennen könne, schloss Nehammer ab.