Bis zu 443.000 Euro

"Neid-Debatte": Jetzt spricht General über ORF-Gehälter

Generalintendant Roland Weißmann äußert sich nun gegenüber "Heute" erstmals zu den Gehältern am Küniglberg. Er fürchtet "öffentliche Polemik". 

Newsdesk Heute
"Neid-Debatte": Jetzt spricht General über ORF-Gehälter
ORF-Generaldirektor Roland Weißmann
Helmut Graf

Wie von "Heute" berichtet, wurden am Osterwochenende die Gehälter der ORF-Spitzenverdiener öffentlich. Die drei Spitzenverdiener – darunter Generaldirektor Roland Weißmann – verdienen über 400.000 Euro jährlich und somit mehr als der Bundeskanzler.

"Transparentes Unternehmen"

Am Montag meldete sich nun General Weißmann zu Wort, hielt fest: "Der ORF war immer ein transparentes Unternehmen und bekennt sich grundsätzlich auch zu den neuen, verschärften Transparenz-Vorgaben." 

Der ORF hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um die Kosten nachhaltig zu senken.
Roland Weißmann
Generaldirektor ORF

Die namentliche Veröffentlichung aller Gehälter über 170.000 Euro brutto pro Jahr plus allfälliger gemeldeter Nebeneinkünfte sehe er jedoch kritisch: "Weil außer dem ORF keine andere öffentliche Organisation oder Institution im Land dazu verpflichtet ist und sie in erster Linie die Neid-Debatte schüren und öffentliche Polemik befeuern wird."

Weißmann fürchtet, "dass die Veröffentlichung dieses Berichts zu weiterer Polemik bis hin zu persönlichen Angriffen auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses führen wird". Er verwahre sich dagegen und kündigte rechtliche Schritte an.

1,3 Prozent über 170.000 Euro

Der Küniglberg-Boss müht sich nun nach Kräften, der Darstellung eines Gagenparadies entgegenzutreten. Der Anteil an ORF-Mitarbeitern mit über 170.000 Euro Jahresgehalt mache lediglich rund 1,3 Prozent der gesamten Belegschaft im Konzern aus. Fakt ist jedoch, dass auch die durchschnittlichen ORF-Gehälter mehr als doppelt so hoch sind wie beim Rest der Bevölkerung.

"Verträge im Auslaufen"

Weißmann erläutert: "Teilweise sind die Gehälter auf der Liste durch alte Kollektivverträge aus den 70er- und 80er-Jahren und sehr lange Betriebszugehörigkeit begründet. Derartige Verträge werden schon seit Jahrzehnten nicht mehr abgeschlossen und sind somit im Auslaufen."

Die Gehalts-Liste im Detail – das sind die Spitzenverdiener im ORF

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    Die Spitzenverdiener im ORF (Jahresgehälter) sind....
    Die Spitzenverdiener im ORF (Jahresgehälter) sind....
    EVA MANHART / APA / picturedesk.com

    Rund ein Drittel der auf der Liste befindlichen Personen gehe in den kommenden drei Jahren in Pension oder sei bereits im vergangenen Jahr aus dem Unternehmen ausgeschieden, erläutert der Sender. 

    "Werden Weg fortsetzen..."

    Der ORF habe in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zahlreiche Maßnahmen gesetzt – von der Einführung neuer Kollektivverträge bis zu Lohnrunden weit unter der Teuerungsrate – um die Gesamtkosten und auch die Personalkosten wie auch die Pro-Kopf-Kosten nachhaltig zu senken, betont Weißmann. Nachsatz: "Diesen Weg werden wir fortsetzen."

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      Denise Auer

      Auf den Punkt gebracht

      • ORF-Generalintendant Roland Weißmann äußert sich erstmals öffentlich zu den Gehältern am Küniglberg und fürchtet eine "Neid-Debatte"
      • Laut Weißmann ist der Anteil an ORF-Mitarbeitern mit einem Jahresgehalt von über 170.000 Euro nur 1,3 Prozent und viele der aufgeführten Personen haben Verträge, die in den kommenden Jahren auslaufen oder bereits aus dem Unternehmen ausgeschieden sind
      • Er kündigt an, den eingeschlagenen Weg zur Senkung der Gesamtkosten und Personalkosten weiterzuführen
      red
      Akt.