Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat die Preise für Energie in Österreich und in ganz Europa in die Höhe schnellen lassen. Darüber hinaus hat Wladimir Putin begonnen, den Gashahn als strategische Waffe einzusetzen. Der Tiroler NEOS-Chef Dominik Oberhofer schlägt nun Alarm.
In knapp einem Monat wählt Tirol einen neuen Landtag. Oberhofer wünscht sich danach eine Dreierkoalition, an der die NEOS beteiligt sind. Gemeinsam mit der ÖVP und einem weiteren Partner, der entweder die Liste Fritz, die Grünen oder die SPÖ sind, will Oberhofer etwas verändern.
"Die ÖVP ist mir umso lieber, je schwächer sie ist. Weil sie immer übergriffig auf Koalitionspartner reagiert. Aber die ÖVP hat in Tirol in den letzten 77 Jahren auch viel Gestaltungswillen gezeigt und viel Positives geleistet. Nur von ihrem Zugang zur Macht muss diese Partei geheilt werden. Sie ist korrupt und anfällig für unsaubere Politik", spricht Oberhofer Klartext im Gespräch mit dem "Standard".
Der Wahlkampf, der nun so langsam Fahrt aufnimmt, ist auch von diversen Krisen der Gegenwart geprägt. Diesbezüglich hat Oberhofer eine schlechte Nachricht für die Bevölkerung und nimmt sich kein Blatt vor dem Mund. "Die Wahrheit ist, dass wir – und da sind sich alle internationalen Experten einig – ein Riesenproblem mit der Gasversorgung bekommen. Und wenn wir angesichts explodierender Preise nicht Gas einsparen, wird das eine Katastrophe geben", so Oberhofer.
Der Landespolitiker spricht zudem auch die Inflation an und meint, dass diese nicht nur auf den Ukraine-Krieg zurückzuführen ist. "Allein die Corona-Pandemie wurde in Tirol mit einer Milliarde Euro neuer Schulden finanziert. Eine Milliarde, von der nur knapp 200 Millionen Euro tatsächlich in die Bekämpfung von Corona und den Folgen flossen. Der Rest waren Förderungen und Investitionspakete an die Adlerrunde und die schwarze Klientel", behauptet der Oppositionspolitiker.
Letztlich richtet Oberhofer zudem einen Appell an die Bevölkerung. Jeder müsse demnach 20 bis 30 Prozent Strom und Gas einsparen müssen. "Da ist jeder und jede in die Verantwortung zu nehmen, sonst schaffen wir das nicht", so der Politiker.