Neos warnen vor einem Märktesterben in Wien

Neos-Wirtschaftssprecher Markus Ornig mit Neos-Wien-Chefin Beate Meinl-Reisinger: "Viele Marktstandler sind besorgt um ihre Zukunft."
Neos-Wirtschaftssprecher Markus Ornig mit Neos-Wien-Chefin Beate Meinl-Reisinger: "Viele Marktstandler sind besorgt um ihre Zukunft."Bild: Neos

Die pinke Partei fordert flexible Öffnungszeiten, sieht derzeit ein "starres Regelungsregime" und nicht genügend Freiraum für die Standler.

"Die Märkte sind derzeit bedroht", fürchtet Neos-Wien-Chefin Beate Meinl-Reisinger. Das Konsumverhalten habe sich geändert. "Die reine Nahversorgung steht nicht mehr im Zentrum", so Meinl-Reisinger. Sie sieht ein "starres Regelungsregime", bei dem Marktstandler "nicht genügend Spielraum haben, sich anzupassen".

Ein Problem: Marktstandler dürfen derzeit nur acht Verabreichungsplätze haben, bei neuen Lebensmittel-Ständen wird dieses "Nebenrecht" für Gastro-Plätze überhaupt nicht mehr genehmigt. Ein Standler habe "zwischen 2.000 und 3.000 Euro Strafe" zahlen müssen, weil er zwei bis drei Gastroplätze mehr hatte, ist Meinl-Reisinger erzürnt.

87 Prozent der Wiener sind für Ausschankplätze bei Standlern

Im Auftrag der Neos führte das Hajek Public Opinion Strategies Institut eine Umfrage unter den Wienern durch. Ergebnis: 87 Prozent stimmen bei der Frage zu, dass mit dem Rückgang der Wiener Märkte auch ein großes Stück Identität verloren geht. Ebenfalls 87 Prozent der Befragten finden, dass es an klassischen Marktständen weiterhin erlaubt sein soll, an Ausschankplätzen Essen und Trinken zu konsumieren. Und: 67 Prozent sind der Meinung, dass das Angebot auf den Märkten in den letzten Jahren weniger geworden ist.

Neos fordern flexible Öffnungszeiten

Die Neos fordern flexible Öffnungszeiten für die Märkte – und etwa eine Möglichkeit, die Marktstände am Sonntag zu öffnen. "Märkte sind wesentlich für den Dialog zwischen Jung und Alt", so Meinl-Reisinger. Die Neos starten daher eine Kampagne unter dem Motto "Rettet die Wiener Märkte" (rettetdiemaerkte.wien). Außerdem fordert die pinke Partei eine Modernisierung der Marktordnung, eine Belebung von leer stehenden Ständen am Markt und die Einführung einer "Langen Nacht der Märkte".

"Es ist wichtig, dass über einen modernen, neuen Rahmen die Zukunft der Märkte gesichert ist", so Meinl-Reisinger.

Stadträtin Sima: Neue Marktordnung in Planung

Die Neos-Pläne würden "zu einem Rückgang an Lebensmittelständen führen", kontert SP-Gemeinderat Erich Valentin. Und: "Wir sind für Gastronomie am Markt und nicht für Markt in der Gastronomie. Eine neue Marktordnung mit Schutz für den Lebensmittelhandel soll 2018 präsentiert werden, so das Büro von Stadträtin Ulli Sima (SPÖ).

(gem)

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