Szene

Nestbeschmutzerin & Rebellin: Elfriede Jelinek im Kino

Das Leben von Elfriede Jelinek wurde nun verfilmt. Regisseurin Claudia Müller zeichnet ein vielschichtiges Porträt der Literaturnobelpreisträgerin.

Magdalena Zimmermann
Eine umstrittene Figur: Elfriede Jelinek
Eine umstrittene Figur: Elfriede Jelinek
Karin Rocholl

Seit Jahren hat sich Elfriede Jelinek aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und gibt kaum noch Interviews. Nun kommt die 76-Jährige doch zurück auf die große Leinwand - jedoch in Retrospektive. Die Berliner Regisseurin Claudia Müller hat mit "Elfriede Jelinek - Die Sprache von der Leine lassen" ein besonderes Portrait der Grand Dame der österreichischen Literatur geschaffen. 

"Ich zeige, was für eine großartige, aber auch verletzbare Künstlerin sie ist."

"Ihre musikalische Sprache, aber auch ihre Direktheit und ihre Radikalität haben mich schon immer interessiert. Natürlich auch der Feminismus, der sich durch ihr Werk zieht", so Claudia Müller zu "Heute", "Als die Idee für einen Film entstand, war mir von Anfang an klar, dass ich ihre Kunst ins Zentrum stellen will. Ich zeige auch, was für eine großartige, aber auch verletzbare Künstlerin sie ist."

Jelinek - eine umstrittene Persönlichkeit

Die Literaturnobelpreisträgerin löst seit jeher die verschiedensten Reaktionen aus - Polarisierung war stets einer ihrer Hauptpfeiler. Immer wieder wurde sie als "Nestbeschmutzerin" beschimpft und öffentlich diffamiert. Kaum eine Schriftstellerin erhitzt derart die Gemüter, wie Jelinek es tut. "In Österreich gibt es ein vorherrschendes Bild von ihr. Sie ist ja sehr oft angefeindet worden und wird es immer noch. Da ich als deutsche Filmemacherin einen distanzierteren Blick habe, konnte ich dieses Bild anders beleuchten", so Müller zu "Heute". 

Und sogar ein neues Interview konnte die Regisseurin Claudia Müller mit der 76-Jährigen führen. "Das neue Interview ist im Film verwoben. Ich wollte es bewusst nicht als Sensation ausstellen", meint Müller zu "Heute", "Insgesamt glaube ich, dass meine Herangehensweise distanziert, aber auch empathisch ist."

Der Film "Elfriede Jelinek - Die Sprache von der Leine lassen" startet am 10.11 in den österreichischen Kinos. 

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