Nahost-Konflikt

Netanyahu will Truppen an Grenze zum Libanon verlegen

Die Gefahr eines Krieges zwischen Israel und dem Libanon wächst. Israel will nun laut einem Interview mehr Truppen an die Grenze zum Libanon verlegen.

Netanyahu will Truppen an Grenze zum Libanon verlegen
An der Grenze zum Libanon sollen nun vermehrt israelische Truppen aufmarschieren.
REUTERS

In seinem ersten öffentlichen Interview mit einem hebräischsprachigen Sender während des mehr als acht Monate dauernden Konflikts äußerte sich der israelische Premierminister zu den Konflikten in Gaza und an der Grenze zum Libanon, der "Guardian" zitiert das Interview mit dem israelischen Sender Kanal 14. Darin erklärte Benjamin Netanyahu, die intensivste Phase des Angriffs auf die Hamas im Gazastreifen gehe zu Ende, somit würden Kräfte frei werden, um an die libanesische Grenze vorzurücken.

Dort eskalieren aktuell Feuergefechte mit der militanten Gruppe Hisbollah, was die Angst vor einem größeren Krieg verstärkt hat. "Wir werden die Möglichkeit haben, einige unserer Streitkräfte nach Norden zu verlegen, und wir werden das tun", sagte Netanjahu. Im Interview krebste er auch von seinem Engagement für einen von den USA unterstützten Waffenstillstandsvorschlag mit der Hamas zurück und schlug stattdessen ein weitaus unbegrenzteres Angebot vor.

Gezielte Angriffe gegen Hamas sollen weitergehen

Der Premierminister sagte, er hoffe, dass eine diplomatische Lösung für die Krise gefunden werden könne, versprach aber, das Problem notfalls "auf andere Weise" zu lösen. "Wir können an mehreren Fronten kämpfen, und wir sind bereit, das zu tun", fügte Netanyahu hinzu. Der Premierminister erklärte, die Offensive im Gazastreifen müsse mit "Mäh"-Operationen fortgesetzt werden, das heißt mit gezielten Angriffen, die verhindern sollen, dass sich die Hamas neu formiert.

BILDERGALERIE: So sieht es in der Hölle von Gaza aus

1/9
Gehe zur Galerie
    Das israelische Militär fliegt nun fast täglich Vergeltungsschläge auf den Gazastreifen.
    Das israelische Militär fliegt nun fast täglich Vergeltungsschläge auf den Gazastreifen.
    REUTERS

    Netanyahu hat aber auch mit massig Kritik zu kämpfen. Bei den größten Massenprotesten in Israel seit Monaten haben Zehntausende Menschen ein Ende der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und die Freilassung der im umkämpften Gazastreifen festgehaltenen Geiseln gefordert. "Lebendig, lebendig – und nicht in Leichensäcken", skandierten Demonstranten am Samstagabend in der Küstenmetropole Tel Aviv. Die Organisatoren sprachen nach örtlichen Medienberichten von rund 150.000 Teilnehmern.

    Diese Storys solltest du am Sonntag. 21. Juli, gelesen haben

    Auf den Punkt gebracht

    • Israel plant, Truppen an die Grenze zum Libanon zu verlegen, da die Feuergefechte mit der Hisbollah die Angst vor einem größeren Krieg verstärken
    • Premierminister Netanyahu äußerte sich in einem Interview zu den Konflikten in Gaza und am Libanon und signalisierte, dass Israel bereit sei, an mehreren Fronten zu kämpfen
    red, 20 Minuten
    Akt.