Netflix dreht jetzt Passwort-Teilern das Konto ab

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Lange hat Netflix zugesehen, nun wird es ernst: Wer sich mit Freunden ein Konto "teilt", wird aufgefordert, einen eigenen Account zu bezahlen.

Es ist ein Thema, über das sämtliche Streaming-Anbieter nicht sonderlich gerne sprechen: Das Teilen von Streaming-Konten. Heißt: Ein Nutzer schließt ein Abo ab und teilt sein Passwort und damit den Zugang zum Dienst mit Freunden und Bekannten. Doch das ist eigentlich nicht erlaubt. Zwar können etwa beim Premium-Abo von Netflix vier Leute gleichzeitig den Dienst nutzen, eigentlich müssten sie aber alle aus einem Haushalt stammen. Viele geben das Passwort aber an Freunde weiter.

Einerseits wollen Streaming-Anbieter mit der Durchsetzung dieser Regeln die Nutzer nicht vergraulen, andererseits entgehen ihnen durch das Passwort-Teilen Einnahmen in Millionenhöhe. Netflix setzt jetzt einen ersten Schritt, dem einen Riegel vorzuschieben. Wie "The Streamable" berichtet, bekommen Nutzer aktuell eine Aufforderung, in der es heißt: "Wenn Sie nicht mit dem Eigentümer dieses Kontos zusammenleben, benötigen Sie ein eigenes Konto, um weiterzusehen."

"Mit diesem Test soll sichergestellt werden, dass Personen, die Netflix-Konten verwenden, dazu berechtigt sind"

Um die Nachricht auszublenden, müssen Nutzer dann das Konto mit einem Mail- oder Text-Code verifizieren – oder einen neuen Account erstellen, bei dem es einen kostenlosen Probemonat und danach den kostenpflichtigen Zugang zu Netflix gibt. Mehrere Betroffene berichten davon, dass diese Aufforderungen derzeit nur an TV-Nutzer und nicht an App-Nutzer verschickt werden. Unklar ist, ob Nutzer über dieselbe IP-Adresse eine Haushalts zur Weiternutzung verfügen müssen.

"Mit diesem Test soll sichergestellt werden, dass Personen, die Netflix-Konten verwenden, dazu berechtigt sind", zitiert "The Streamable" einen Netflix-Sprecher. Die Analysefirma Magid geht davon aus, dass rund jeder dritte Nutzer (35 Prozent) unter den 21- bis 40-Jährigen sein Passwort zu solchen Diensten einfach weitergibt. Bei den Unter-21-Jährigen sollen es sogar 42 Prozent sein. Dabei heißt es in den Netflix-Nutzungsbedingungen: "Der Netflix-Dienst und sämtliche Inhalte, die über den Dienst angesehen werden, sind ausschließlich für Ihre persönliche und nicht kommerzielle Nutzung bestimmt und dürfen nicht mit Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben, geteilt werden."

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