Netz-Revolution soll Cookie-Banner überflüssig machen

Mit einem neuen Modell könnte der Cookie-Banner bald überflüssig werden.
Mit einem neuen Modell könnte der Cookie-Banner bald überflüssig werden.Lino Mirgeler / dpa / picturedesk.com
Die Datenschützer von "Noyb" haben in Kooperation mit der WU Wien ein Konzept veröffentlicht, das lästige Cookie-Banner überflüssig machen würde.

Das am Montag von der europäischen Datenschutzorganisation Noyb vorgelegte Konzept könnte eine technische Revolution darstellen und Cookie-Banner überflüssig machen. Wie die APA berichtet, veröffentlichte der Verein zusammen mit der Wirtschaftsuniversität Wien ein technischen Konzept, mit dem Internetuser selbst festlegen können, mit welchen Cookies sie einverstanden sind und mit welchen nicht. 

Bei Cookies handelt es sich um kleine Datensätze, die Nutzer identifizierbar machen. Mit den Cookies werden persönliche Profile erstellt, die weitreichende Rückschlüsse über das Surfverhalten, Präferenzen und Lebensgewohnheiten zulassen. Werbetreibende nutzen dieses generierte Wissen etwa für personalisierte Werbung. 

"Leicht umsetzbar" 

Max Schrems, österreichischer Datenschützer und Sprachrohr von Noyb erklärt, dass die nun vorgestellte Lösung "nutzerfreundlich" und auch auf europäischer Ebene "leicht umsetzbar" sei. Das nun vorgestellte System hat den Namen "Advanced Data Protection Control" (ADPC, dt. etwa: Erweiterte Datenschutz Kontrolle) ist Teil einer breiten Noyb-Kampagne gegen Cookie-Banner. Diese seien laut NGO-Ansicht rechtswidrig. Laut Einschätzung des Vereins sei eine Zustimmung zum Tracking notwendig. Insgesamt will der Verein mehr als 10.000 Beschwerdeschreiben an Unternehmen aus Europa und den USA verfolgen. 

ADPC soll differenzierte Möglichkeiten zur Einwilligung und Ablehnung solcher Cookies bieten. Mit dem Modell könnten User spezifische Einwilligungen für bestimmte Seiten vornehmen. Wie die APA weiter berichtet, sind auch generelle Erlaubnisse möglich: "Viele Nutzer sind vermutlich bereit, mit Qualitätsmedien etwas mehr Daten zu teilen, aber wollen aber ihre Daten nicht an Hunderte externe Tracking-Firmen geben", sagte Schrems zur dpa. 

Am Montag wurde ein Plugin für den Firefox-Browser vorgestellt, mit dem das neue Konzept technisch umgesetzt werden kann. Eine Erweiterung für den von Google betriebenen Chrome-Browser soll in Kürze folgen. Allerdings müssten bei der Umstellung auch die Webseiten-Anbieter mitspielen. 

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