Neue Ampelregelung nach Scooter-Unfall

Nach dem tödlichen Scooter-Unfall in der Landstraße läßt der Bezirkschef die Ampel neu schalten: "Vorgezogenes Grün" für Fußgänger.
„Alles Gute im Himmel, lieber H....", steht auf einem Brief, den ein Klassenkollege der 3B des verunglückten Schülers dem Blumenmeer an der Todeskreuzung hinzu gefügt hat. Daneben liegen Tulpensträuße, stehen dutzende Trauerlichter.

„Hier geht kein Licht aus, bis H. seine letze Ruhe gefunden hat", sagt ein Mädchen und zündet eine neue Grabkerze an. Der winterliche Föhnwind bläst, eine Frau kämpft mit dem Feuerzeug dagegen an: „Es muss hier immer ein Licht für H. leuchten!"

Ein ganzer Bezirk trauert

Man liest und schaudert. Neben Teddybären, Kerzen und Plüschfiguren drückt ein ganzer Bezirk sein Beileid aus. An der Querung Petrusgasse/Landstraßer Hauptstraße, dort wo der neunjährige Henry unter die Räder eines Lkw geraten ist. Am Donnerstag der Vorwoche, auf dem Weg zur Schule, um 8.00 Uhr morgens.

„Heute" macht sich ein Bild vor Ort: Die Grünphase für Einbieger in die Landstrasser Hauptstraße ist gerade mal zehn Sekunden lang. Eile ist also angesagt. Auf der Straße und am Gehsteig. Erst kurz vor dem Unglück hatte eine Schülerin der nahegelegenen Ganztagsvolksschule im Rahmen eines Info-Besuchs durch Bürgermeister Ludwig und Bildungsstadtrat Czernohorszky die kurzen Rotphasen der Schulwegampeln kritisiert.

CommentCreated with Sketch.16 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Polizei befragt Unfallzeugen

Wo H. auf dem Weg zur Schule verunglückt ist, braucht man nur die Augen aufzumachen. Leicht abschüssig geht es dahin, der Kreuzweg mit dem Zebrastreifen ist extrem kurz. Die Polizei ermittelt derzeit, wie sich der fatale Unfall abgespielt hatte.

Sprecher Daniel Fürst: „Es laufen derzeit dutzende Einvernahmen von Zeugen zum Unfallhergang," Jede Sekunde des Hergangs muss evaluiert werden. Das entscheidet auch darüber, welche Schuld den Lkw-Fahrer trifft.

ÖAMTC fordert Lkw-Nachrüstungen

ÖAMTC-Chefjurist Martin Hoffer denkt angesichts der Tragödie an eine freiwillige Nachrüstung von Firmenlastwägen: „Bis zum Inkrafttreten der neuen EU-Regelungen sollen sich die Unternehmer freiwillig für Nachrüstungen ihrer Fahrzeuge mit Zusatzspiegeln entscheiden."

Bezirkschef Erich Hohenberger (S), ein persönlicher Bekannter der Eltern des verunglückten Buben, hat bereits am Tag des Unfalls reagiert: „Ich habe die zuständige Magistratabteilung MA 33 beauftragt, an dieser Kreuzung ein vorauseilendes Grün zu installieren!"

Heißt: Bevor die Autos für ihre Einfahrt in die Landstraßer Hauptstraße „Grün" bekommen, können die Fußgänger und Scooter schon queren. Sozusagen ein „Sicherheitsfenster" für die Nutzer. Was natürlich nicht in allen Fällen von Nutzen sein mag.

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