Russland und die Ukraine werfen sich am Montag erneut tödliche Angriffe vor. Laut dem von Moskau eingesetzten Gouverneur der Krim, Sergej Aksjonow, sind bei einem Drohnenangriff der Ukraine mindestens drei Menschen auf der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim ums Leben gekommen. Die ukrainischen Behörden berichten unterdessen von zwei Toten nach einem russischen Angriff im Südosten des Landes.
Aksjonow schreibt im Onlinedienst Telegram, dass die Ukraine den Ferienort Foros angegriffen habe. Dabei wurden das Gelände eines Sanatoriums und ein Schulgebäude beschädigt. Drei Menschen seien getötet und 16 weitere verletzt worden. Trümmer der abgeschossenen Drohne hätten außerdem einen Brand in der Nähe der Küstenstadt Jalta ausgelöst. Das russische Verteidigungsministerium, das zuerst von zwei Toten bei dem ukrainischen Angriff auf der Krim gesprochen hatte, wirft der Ukraine einen "Terrorangriff" vor.
Die ukrainischen Behörden melden ihrerseits neuen russischen Beschuss. Russland habe die Ukraine am Sonntag bis zum Abend mit 46 Luftangriffen überzogen. Nach russischen Angriffen auf die südostukrainische Stadt Saporischschja hat Kiew die Zahl der Opfer nach oben korrigiert: In der Nacht zum Montag wurden dort laut Angaben drei Menschen getötet und zwei weitere verletzt, einer davon schwer. Die russische Armee habe mindestens fünf Bomben auf die Stadt abgeworfen, erklärt der Chef der regionalen Militäradministration, Iwan Fedorow.
Russland hat die Krim 2014 annektiert und nach einem international nicht anerkannten Referendum seinem Staatsgebiet zugeschlagen. Die Ukraine greift immer wieder Ziele auf der Krim an, unter anderem die Brücke, die die Halbinsel mit dem russischen Festland verbindet.
Dies dürfte auch ein Signal nach Washington D.C. senden sollen. Nach seinem Gipfel mit Kreml-Chef Wladimir Putin Mitte August sagte US-Präsident Donald Trump: "Die Ukraine werde die Krim bei einem Friedensschluss mit Russland nicht zurückerhalten."