Neue Blutspende-Regeln für Schwule und Bisexuelle

Gesundheitsminister Rudolf Anschober
Gesundheitsminister Rudolf AnschoberROBERT JAEGER / APA / picturedesk.com
"Bei der Blutspende gibt es derzeit eine Diskriminierung von schwulen und bisexuellen Männern." Das will Anschober nun beseitigen.

Gesundheitsminister Anschober kündigt drei Maßnahmen an, durch die in Zukunft mehr Menschen Blut spenden werden können. Der Grund ist bekannt und bereits lange ein Streitthema: "Bei der Blutspende gibt es derzeit eine Diskriminierung von schwulen und bisexuellen Männern – ich bin mir meiner Verantwortung bewusst", sagt Anschober.

Qualitätssicherung

"Bei der Auswahl von BlutspenderInnen soll daher künftig stärker auf das individuelle Risikoverhalten geachtet werden." Demnach soll niemand in Zukunft mehr aufgrund seiner sexuellen Identität oder Orientierung diskriminiert werden. 

"Die Möglichkeiten, die uns zur Qualitätssicherung von Blutprodukten mittlerweile zur Verfügung stehen", machen das möglich. Der Gesundheitsminister freut sich, "dass bald noch mehr Menschen die Möglichkeit erhalten, durch das Blutspenden einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten."

Drei Maßnahmen

Bisher durften Männer, die in den vergangenen zwölf Monaten Sex mit Männern hatten, nicht Blutspenden. Diese Frist wird auf vier Monate verkürzt. Das erfolgt unter wissenschaftlicher Anleitung der Blutkommission.

Darüber hinaus wird es eine nationale Studie zur Erhebung der epidemiologischen Lage von sexuell übertragbaren Erkrankungen geben.

Zu guter Letzt wird das Ministerium eine Gesundheitsfolgenabschätzung veranlassen, um die Erhebung von Sexualrisikoverhalten zeitgemäß und nichtdiskriminierend zu gestalten.

"Durch diese ersten Schritte in Richtung Gleichstellung bei der Blutspende maximieren wir die positiven Auswirkungen auf unser Gesundheitssystem", so Anschober

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