In der Corona-Krise übernah, Georg Knill als Präsident die Industriellenvereinigung (IV). Schonfrist hat er keine, denn von ihm werden Antworten auf die wirtschaftlichen Probleme erwartet. In der "ZiB 2" gab der in einer Kampfabstimmung gewählte Präsident a, Freitagabend seine Interview-Premiere. "Es war ein absolut fairer Wettkampf, ein Wettkampf der besten Ideen", so Knill, der von einem "Demokratisierungsschub" innerhalb der Industriellenvereinigung sprach.
Ganz wichtig sei es jetzt, engagiert und mit einem Krisenmanagement aus der Wirtschaftskrise zu kommen, so der IV-Präsident. Im 50-Milliarden-Hilfspaket der Regierung sah er ein "Zwischending" aus "Mega-Wumms" (wie es Vizekanzler Werner Kogler bezeichnete) und "Klacks" (ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian). "Es wurden wichtige erste Schritte gesetzt", so Knill, man brauche aber weitere Maßnahmen, vor allem ein neues Kurzarbeitsmodell für Ende des Jahres.
„"Es wäre jetzt ein fatales Zeichen, dass man über neue Belastungen der Leistungsträger in diesem Land nachdenkt"“
"Der Weg aus dieser Krise ist euindeutig nur mit Wachstum zu beschreiten", so der IV-Chef: "Es darf keinesfalls zu weiteren Belastungen von Bürgerinnen und Bürger und der Unternehmen kommen." Und: "Es wäre jetzt ein fatales Zeichen, dass man über neue Belastungen der Leistungsträger in diesem Land nachdenkt", sagt er dazu, ob das 50-Milliarden-Euro-Paket etwa durch eine Millionärssteuer oder Belastungen für die Industrie finanziert werden solle.
Man wolle weiter "Vorreiter" in der Industrie sein, schon jetzt produziere Österreich beispielsweise Stahl effizienter als andere Länder, was man noch ausbauen wolle. Abschlussthema: Zwar hatte die Industriellenvereinigung noch nie eine Präsidentin, bekommt jetzt aber eine Vizepräsidentin. "Ist die Industrie so unattraktiv für Frauen oder sind Frauen so unattraktiv für die Industrie?", fragte ORF-Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher. "Weder noch", so Knill, er habe selbst zwei Töchter und "hoffe, dass sich das in der nächsten Generation ändern wird". Die IV sei hier sehr engagiert, um diesem "Missststand", der da herrsche, entgegenzusteuern.