Neue Saison: Josefstadt wird zur Traumfabrik

Bild: Herwig Prammer

Großes Kino im Theater in der Josefstadt – mit "Shakespeare in Love", "Die 39 Stufen", "All About Eve" und Co. regieren ab 2.9. Filmadaptionen.

Guter Stoff, gute Zahlen – daran ließ Hausherr Herbert Föttinger bei der Saison-Präsentation am Donnerstag keinen Zweifel: "Die Josefstadt ist das erfolgreichste Sprechtheater im deutschsprachigen Raum."

"Spielen ungefähr gleich viel ein wie die Burg"

228.844 Zuschauer wurden in der laufenden Saison gezählt, 161 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bis Ende der Saison rechnet das Theater mit Einnahmen von 9,35 Mio. Euro und einer Auslastung von 88 Prozent. "Wir spielen ungefähr gleich viel ein wie das Burgtheater", freute sich Föttinger. Allerdings stünden dort doppelt so viele Plätze zur Verfügung.

Oscar-Kracher "Shakespeare in Love" als Erstaufführung

Los geht's am am 2. September mit Kanusz Kicas Uraufführung der Romanadaption von Ernst Lothar, "Der Engel mit der Posaune" (bekannt durch die Paula-Wessely-Verfilmung von 1948). Am 7. September geben die Kammerspielen die Bühnenfassung des Romantikstreifens "Shakespeare in Love" als deutschsprachige Erstaufführung. Für Föttinger eine Sensation: "Es hat drei Jahre gedauert, die Rechte zu bekommen".

Thomas Vinterbergs "Suff" als "Sieg der Anarchie"

Es folgen Hitchcocks Agententhriller "Die 39 Stufen" (ab 12.10, Werner Sobotka) und Thomas Vinterbergs ("Das Fest") neues Stück "Suff" (vier Alkoholikerinnen im Mittelpunkt) als Uraufführung (ab 1.2.): Föttinger bezeichnet den Wurf als "echte Sensation und einen Sieg der Anarchie." Christopher Hamptons Bühnenfassung des Hollywood-Klassikers "All About Eve" am 1. März 2018 beendet die Kino-Sause in den Kammerspielen – in der Regie des Autors, der sich auf die Übersetzung von Daniel Kehlmann stützt.

"Terror" – ausschließlich von Frauen dargestellt

Am 26. April schließt Ronald Harwoods zweifach verfilmtes Stück "Der Garderober" die Saison in den Kammerspielen. Julian Pölsler ("Die Wand") bringt den aktuellen Bühnenhit "Terror" von Ferdinand von Schirach am 23. November auf dei Bühne. Ausschließlich mit Frauen besetzt, darunter Julia Stemberger und Susa Meyer.

Föttinger in "Professor Bernhardi"

Der Direktor spielt am 16. November in Schnitzlers "Professor Bernhardi" die Hauptrolle im Haupthaus ("Ich glaube, ich bin im richtigen Alter"). Am 7. Dezember bringt Günter Krämer eine Kammerspielfassung mit fünf Personen von Schillers "Maria Stuart" auf die Bühne, bereits am 21. September wird Georges Feydeaus "Wie man Hasen jagt" in der Übersetzung von Elfriede Jelinek gezeigt.

Afghanischer Flüchtling gefangen in der Donaustadt

Den Premierenabschluss in der Josefstadt bilden Flauberts "Madame Bovary" (12. April) und Yasmina Rezas Boulevardklassiker "Der Gott des Gemetzels" am 3. Mai.

Und: Am 25. Jänner polarisiert mit "Fremdenzimmer" das neue Stück von Peter Turrini als Uraufführung (ein afghanischer Flüchtling befindet sich in den Fängen eines Donaustädter Ehepaares), am 15. März feiert Felix Mitterer mit einer Neuinszenierung von "In der Löwengrube" seinen 70. Geburtstag.

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