Gesundheit

Neue Studie: Das kann zu einer Fehlgeburt führen

Die Gründe für eine Fehlgeburt sind vielfältig. Eine neue Studie ist einem weiteren Grund auf die Spur gekommen.

Sabine Primes
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Ist die Eizelle befruchtet, können schwerwiegende Fehler passieren.<br>
Ist die Eizelle befruchtet, können schwerwiegende Fehler passieren.
Getty Images/iStockphoto

In den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft ist das Risiko für eine Fehlgeburt am größten. Blutungen, krampfartige Schmerzen im Unterleib oder ein nicht mehr hörbarer Herzschlag des Embryos können Anzeichen eines Abortus sein. Aber auch psychische Krisen können eine Fehlgeburt auslösen. Somit kommt - neben der körperlichen - auch der psychischen Gesundheit ein wichtiger Stellenwert zu.

Reifeteilung als fehleranfälliger Prozess

Meist kommt es zu einer Fehlgeburt, wenn bei der Reifeteilung der Eizelle ihr Bestand an 46 Chromosomen nicht richtig geteilt wird. Dieser Vorgang ist sehr fehleranfällig und funktioniert bei etwa 10 bis 20 Prozent der Embryonen nicht. Je älter eine Frau, desto größer ist das Risiko.

In den restlichen 80 bis 90 Prozent der Fälle passieren unmittelbar nach der Befruchtung der Eizelle Fehler. Ein Forscherteam des Göttinger Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie unter Leitung von Direktorin Melinda Schuh veröffentlichte dazu Erkenntnisse im Fachmagazin "Cell".

Kurz nach der Befruchtung liegen die elterlichen Chromosomen in der Eizelle, der Zygote, für kurze Zeit in zwei getrennten Zellkernen, auch Vorkerne genannt. Diese Vorkerne bewegen sich langsam aufeinander zu, berühren sich, lösen ihre Hülle auf, so werden die elterlichen Chromosomen in einem einzigen Zellkern vereint.

Wenn Chromosomen aus der Reihe tanzen

Dieser Prozess lag im Fokus der Forscher. Sie befruchteten Rinder-Eizellen im Reagenzglas und beobachteten sie mit einem Mikroskop. Tanzen Chromosomen beim geordneten Sammeln an der Grenzfläche aus der Reihe, passieren in der Zygote folgenschwere Fehler, die dazu führen, dass der Embryo nicht lebensfähig ist.

Jedoch, so die Forscher, hat dies keine Konsequenzen für die nächste Schwangerschaft.

Ärztliche Hilfe suchen

Erleidet eine Frau mehrere Fehlgeburten hintereinander, ist auf jeden Fall ärztliche Hilfe aufzusuchen. Denn dann können auch physische Probleme der Frau der Grund sein. Krankheiten des Immunsystems oder ein Mangel an Mineralstoffen oder Hormonen können mittels Blutuntersuchung festgestellt werden. Liegen organische Probleme vor, empfiehlt sich bildgebende Diagnostik mittels Ultraschall.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte sich auch der Mann einer Untersuchung unterziehen. Mit einem Spermiogramm kann die Qualität der Samenzellen festgestellt werden. Ist diese ungenügend, kann auch das für eine Fehlgeburt verantwortlich sein.