Nun ist sie da; die große Hochrechnung des KSV1870 zu den Insolvenzen im Jahr 2023. Demnach waren in Österreich 5.401 Unternehmen betroffen, das sind 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Jene rund 15 Firmenpleiten pro Tag entsprechen in etwa dem Wert von vor zehn Jahren. Die Höhe der Passive stieg hingegen um ganze 286 Prozent auf 8,53 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr.
Ein großer Teil davon geht bekanntermaßen auf die SIGNA Holding zurück, die mit 5,27 Mrd. Euro die mit Abstand größte Firmenpleite der Geschichte ist. Aber auch ohne liegen die Passiva um rund die Hälfte über dem Vorjahresergebnis. Auf Platz folgt hinter der Signa 2023 die LU & NO Aktiengesellschaft mit 500 Millionen und kika/Leiner mit 132 Millionen.
Stark gestiegen ist weiters die Zahl der betroffenen Mitarbeiter, und zwar um 45 Prozent auf 22.500 Personen. Für das Jahr 2024 erwartet der KSV1870 sogar noch einen weiteren Anstieg mit zwischen 5.800 und 6.000 Firmenpleiten.
Als Gründe genannt werden die sinkende Geschäftslage, eine Umsatzentwicklung, die tendenziell nach unten zeigt und eine schrumpfende Auftragslage bei rund jedem zweiten Betrieb. "Das Thema Kosten ist nach wie vor der 'Key-Faktor', was innerbetriebliche Entwicklungen betrifft. Zum jetzigen Zeitpunkt muss man sagen, dass sich Österreichs Wirtschaftsentwicklung in vielen Bereichen am Scheideweg befindet", fasst Mag. Ricardo-José Vybiral, MBA, CEO der KSV1870 Holding AG, die aktuelle Situation zusammen.
"Was es jetzt braucht, ist ein frischer 'Drive', um die Leistungsfähigkeit der heimischen Wirtschaft anzukurbeln. So braucht es etwa neue Impulse für den Export und Initiativen zur Stärkung der Bauwirtschaft und des Handels. Nur so wird es möglich sein, dass Österreich vom Stottermodus in den Überholmodus schaltet."
Weiterhin auf zu hohem Niveau war auch die Zahl der Nichteröffnungen (2.023 Fälle), also wenn nicht einmal mehr Geld da ist, um das Insolvenzverfahren zu eröffnen. Nach Branchen ist Insolvenztreiber klar der Handel mit exakt 1.003 Unternehmen. Die Hauptgründe dafür liegen, neben dem hohen Energiebedarf und damit verbunden hohen Energiekosten, häufig in nicht eingetretenen Nachholeffekten aus Pandemiezeiten, einem zuletzt erfolgten Strukturwandel und der aktuell sinkenden Kaufkraft von Privatpersonen. An Position zwei folgt die Bauwirtschaft (936 Fälle), die mit einem Anstieg von 21 Prozent zugleich den größten prozentuellen Zuwachs aufweist.