Die meisten Menschen putzen ihre Zähne täglich - doch ob die Bürste wirklich überall richtig ankommt, bleibt oft im Dunkeln. Genau hier setzt die neue Entwicklung DigiDent an: eine Zahnbürste, die direkt an ihren Borsten erkennt, wie gut der Putzvorgang tatsächlich funktioniert.
Im Zentrum steht eine weiche, säulenförmige Borste namens E-Bristle. Sie besteht aus Silikon und enthält im unteren Bereich magnetische Mikropartikel. Wird sie beim Putzen verbogen oder zusammengedrückt, messen Hall-Sensoren unterhalb des Bürstenkopfes die Veränderung des Magnetfelds.
Wie es bei Forschung und Wissen heißt, kann die Zahnbürste so unterscheiden, ob nur wenige Borsten anliegen oder ein breiter Kontakt besteht. Denn eine kräftige Handbewegung allein sagt noch nichts darüber aus, welche Zahnfläche gerade wirklich gereinigt wird.
Für die individuelle Anpassung wird zunächst ein Scan der Zähne erstellt und als körperliches Modell nachgebildet. An diesem führt ein Roboter definierte Putzbewegungen aus. Die dabei erfassten Sensordaten trainieren die Auswertung - die Forscher nennen das einen persönlichen oralen Zwilling.
In Laborversuchen erreichte DigiDent bei der Unterscheidung von 21 verschiedenen Putzregionen eine Genauigkeit von 99,84 Prozent. Allerdings fiel die Erkennung bei der Übertragung auf andere Zahngeometrien zunächst auf 61 bis 84 Prozent ab.
Bisher wurde die Zahnbürste nur an zwei jungen Erwachsenen getestet. Das reicht für eine technische Machbarkeitsprüfung, nicht aber für Aussagen über den tatsächlichen gesundheitlichen Nutzen. Auch die Haltbarkeit der Sensoren bei täglichem Gebrauch muss noch geprüft werden.
Die Entwicklung zeigt dennoch einen interessanten Ansatz: Statt nur die Putzdauer zu messen, erfasst DigiDent den direkten Borstenkontakt mit den Zähnen. Ob daraus langfristig bessere Zahngesundheit entsteht, müssen weitere Studien zeigen.