Neuer "Charlie Hebdo"-Cartoon zeigt Meghan und Queen

Herzogin Meghan, Queen Elizabeth II.
Herzogin Meghan, Queen Elizabeth II.Photo Press Service
Auf dem Titel der Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" kniet Königin Elizabeth II auf dem Nacken von Meghan – eine Anlehnung an den Mord an George Floyd.

Die französische Zeitschrift "Charlie Hebdo", bekannt für ihre satirischen Cartoons, veröffentlicht als Titelbild der neuesten Ausgabe eine Darstellung von Herzogin Meghan (39) und Königin Elizabeth (94). Letztere kniet auf ihrer Schwiegertochter und scheint ihr die Luft abzudrücken.

Meghan Markle als George Floyd

Das Bild erinnert an den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd, der im Mai 2020 in den USA starb, als der weisse Polizist Derek Chauvin ihm mit seinem Knie am Hals die Luft abdrückte.

Im Titel heißt es "Warum Meghan den Palast verlässt" und in einer Sprechblase sagt Cartoon-Meghan: "Weil ich nicht mehr atmen konnte". Das ist eine Anspielung auf Polizeigewalt-Opfer Eric Garner und George Floyds letzte Worte, die später zur Parole der "Black Lives Matter"-Bewegung wurde: "I can't breathe" – "Ich kann nicht atmen".

So reagierten die Twitter-User

Auf Social Media gab es mittlerweile zahlreiche Reaktionen auf den Cartoon. Viele Userinnen und User in Großbritannien glauben, dass die Zeitung zu weit gegangen sei. So schreibt etwa Halima Begum, Leiterin des Runnymede Trust, einer britischen antirassistischen Denkfabrik, in einem Tweet, dass das Bild "in vielerlei Hinsicht inakzeptabel" sei.

"Das ist auf allen Ebenen falsch. Die Königin als George Floyds Mörder, der Meghans Hals zerquetscht? Meghan sagt, sie kann nicht atmen? Dies überschreitet keine Grenzen, bringt niemanden zum Lachen oder fordert Rassismus heraus. Es schmälert Probleme und provoziert eine Straftat."

"Empörend" und "ekelhaft"

Die Journalistin Nadine White, Chefredakteurin der Zeitung "The Independent", bezeichnete die Überschrift als "ekelhaft". Das Kollektiv Black and Asian Lawyers For Justice hat das Cover zudem mit den Worten "empörend", "ekelhaft" und "faschistischer Rassismus" versehen. Die Zeitung nutze "ein Trauma für den Profit" aus.

Der Cartoon erschien kurz nachdem Herzogin Meghan und Prinz Harry (36) US-Talkmasterin Oprah Winfrey (67) ein Interview gegeben haben, in dem die Herzogin von Sussex die britische Königsfamilie des Rassismus beschuldigte.

In einer Anschlagsserie rund um die Mohammed-Karikaturen von "Charlie Hebdo" im Jänner 2015 starben insgesamt 17 Menschen, darunter auch drei islamistischen Täter. Im Dezember wurden alle 14 Angeklagten im "Charlie Hebdo"-Prozess schuldig gesprochen.

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