Neuer Chef: So informiert die SPÖ ihre Genossen

Ein Bürgermeister geht, ein neuer kommt. Wer das sein wird, entscheidet sich in einem ersten Schritt beim Sonderparteitag der SPÖ Wien am 27. Jänner. Damit die Delegierten fundierte Entscheidungen treffen können, sollen sie umfassend über die Kandidaten und ihre Standpunkte informiert werden, erklärten Landesparteisekretärin Sybille Straubinger und der amtierende Bürgermeister Michael Häupl.
Ein Bürgermeister geht, ein neuer kommt. Wer das sein wird, entscheidet sich in einem ersten Schritt beim Sonderparteitag der SPÖ Wien am 27. Jänner. Damit die Delegierten fundierte Entscheidungen treffen können, sollen sie umfassend über die Kandidaten und ihre Standpunkte informiert werden, erklärten Landesparteisekretärin Sybille Straubinger und der amtierende Bürgermeister Michael Häupl.Bild: Helmut Graf
Am 27. Jänner 2018 wird bei einem SPÖ-Sonderparteitag über den neuen Wiener Parteivorsitzenden entschieden. Eine Info-Offensive soll die Kandidaten vorstellen.
Bei dem Sonderparteitag der SPÖ Wien am 27. Jänner sind 981 Delegierte aufgerufen, einen neuen Parteivorsitzenden zu wählen. Obwohl die Wahl des Wiener Bürgermeisters im Wiener Gemeinderat erfolgt, kann man mit ziemlicher Sicherheit den neuen Parteichef auch als nächsten Bürgermeister ansehen. Bis dato haben der Wiener Wohnbaustadtrat Michael Ludwig und der derzeitige geschäftsführende Klubobmann der SPÖ im Parlament Andreas Schieder ihr Antreten bekannt gegeben.

Kandidaten stellen sich in Hearings vor

Um die Delegierten möglichst gut zu informieren, hat die SPÖ Wien ein dreiteiliges Informationskonzept entwickelt. Dieses wurde im Vorfeld mit den Kandidaten abgesprochen, wie Noch-Parteichef Michael Häupl am Montag erklärte.

Demnach erhält jeder Kandidat die Möglichkeit, sich im Zuge eines Hearings vor den Delegierten zu präsentieren und ihre Ideen, Ansätze und Standpunkte vorzustellen. Daran anschließend soll es zu Themenkomplexen moderierte Fragerunden geben. Für jeden Kandidaten ist ein eigener Termin im Jänner geplant.

Info-Briefe an Mitglieder

Um auch die Parteimitglieder – derzeit rund 45.000 – einzubeziehen, wird in den nächsten Wochen ein persönlicher Brief versendet, in dem die Kandidaten vorgestellt werden. Ergänzend dazu werden die Bewerber auch in einer Sonderausgabe der Mitgliederzeitschrift vorgestellt, die an alle Mitglieder verschickt wird. Als zusätzliches Angebot an die Kandidaten stellt es ihnen die Wiener Parteizentrale auch frei, sich in Emails zu präsentieren.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Öffentliche Chats mit den Kandidaten

In einem dritten Schritt soll es dann zusätzlich noch öffentliche Chats mit Ludwig und Schieder geben, an denen alle Interessierten teilnehmen können. Das ist zeitnah in der Woche, konkret zwischen dem 21. und 23. Jänner, vor dem Sonderparteitag geplant.

Bereits im Dezember wird den Kandidaten auch Platz auf der Webseite der SPÖ Wien gemacht. Mittels eines Online-Steckbriefs, der von den Kandidaten selbst erstellt wird, können sie auch hier um Unterstützer werben.

Chance für Partei statt Spaltung

"Wir wollen einen Wettbewerb der Ideen, der positiven Einfluss auf die Partei hat, anstatt sie zu spalten", erklärt Landesparteisekretärin Sybille Straubinger. Mit dem Informationsangebot sieht Straubinger die SPÖ Wien auf einem guten Weg, der es den Delegierten ermögliche, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Zufrieden zeigt sich auch der amtierende Wiener Bürgermeister: "Ich finde die beiden Kandidaten machen das bisher sehr gut. Aber es will ja auch niemand Häuptling einer Ruine sein", so Michael Häupl. Er fände es gut, dass die Kandidaten in vielen Bereichen ähnliche Standpunkte vertreten, aber auch Unterschiede im Temperament, Ausdruck oder Zugängen hätten.

Ausschließen wollte Häupl das Antreten eines dritten Kandidaten nicht, es sei aber sehr unwahrscheinlich. (lok)

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