Nächster Teuerungs-Schock steht jetzt allen bevor

Es bleibt nichts mehr übrig: Die Teuerung macht auch für die Mittelschicht das Leben immer unleistbarer.
Es bleibt nichts mehr übrig: Die Teuerung macht auch für die Mittelschicht das Leben immer unleistbarer.Unsplash
Die Sozialhilfe-Stellen des Landes werden immer mehr auch von Menschen der Mittelschicht überrannt. Und genau jetzt wartet ein neuer Teuerungs-Schock.

Nicht nur von Armut Betroffene kommen mit ihrem Geld nicht mehr über die Runden, auch immer mehr Menschen der Mittelschicht müssen sich in Österreich Hilfe suchen, berichten Caritas und Schuldnerberatung am Mittwoch im Ö1-"Morgenjournal". Es kämen immer mehr Menschen, "die niemals gedacht hätten", jemals bei der Caritas zu landen, heißt es von der Hilfsorganisation. Doch das dicke Ende kommt ab jetzt, denn es wird noch weit schlimmer für Betroffene. Einerseits werden aktuell die Energie-Jahresabrechnungen verschickt, andererseits sind viele Teuerungen noch gar nicht eingebucht.

Die Jahresabrechnungen, die dieser Tage verschickt werden, bringen für viele Bürgerinnen und Bürger saftige Nachzahlungen. Bei der Schuldnerberatung berichtet man von Alleinerzieherinnen und Geringverdienern mit nun zwei- bis dreifachen Lebensunterhaltskosten und monatlichen Zahlraten von 300 Euro. Beide Seiten sagen: Die bisherigen Antiteuerungs-Maßnahmen würden bei weitem nicht mehr ausreichen, es brauch dringend und schnell weitere politische Maßnahmen, um die Teuerung in Österreich abzufangen.

Alle betroffen, aber nicht alle gleich

Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Österreich, sieht gegenüber Ö1 das Neue an der Situation ebenfalls darin, dass sich das Problem nicht mehr nur auf Armutsbetroffene beschränke, sondern sich immer weiter rein in die Mittelschicht entfalte. Geringverdiener, Teilzeitbeschäftigte, Alleinerzieherinnen und andere Teile der Gesellschaft könnten sich das Leben nicht mehr leisten, warnt Fenninger: "Die Teuerung trifft alle Menschen in Österreich, aber sie trifft nicht alle gleich." Die Probleme würden sich dabei immer mehr kumulieren.

Zu den aktuell stark gestiegenen und weiter steigenden Energiepreisen käme auch eine extrem Teuerung bei Lebensmitteln, so Fenninger, alleine Nudeln seien um rund 79 Prozent teurer geworden. Etliche Bürger hätten jede Menge Nachzahlungen zu tätigen, jetzt käme auch noch die Teuerung dazu, so der Experte, das führe zu teils zwei- bis dreifachen Kosten. Er "verstehe nicht, dass man aus ideologischen Gründen" nicht die Menschen mit geringen Einkommen unterstütze, so seine Kritik. Die bisherigen Maßnahmen der Regierung seien zu würdigen und anzuerkennen, das sei aber nicht die Kritik.

"Damit Kinder nicht von Toastbrot leben müssen"

Was nicht verständlich für Fenninger sei ist, dass "anscheinend ideologiegetrieben" Menschen mit weniger Einkommen weniger vom Bonus-Paket haben, so der Experte. Es wirke sich dagegen positiv für Menschen aus, die mehr verdienen. Was es seiner Meinung nach brauche: Einerseits müssten gezielt besonders betroffene Menschen und Familien nicht nur mit Einmalzahlungen unterstützt werden, andererseits müsse es eine Kindergrundsicherung geben. Bei dieser sollten alle Kinder gleich viel Unterstützung bekommen und obenauf sollte es einen Zusatz geben, der sich an das Einkommen der Eltern richtet. "Damit Kinder am Ende des Monats nicht nur vom Toastbrot leben müssen", so Fenninger.

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