Neuer Glanz für frühbarocke Dominikaner Kirche

Bis Dezember wird die Dominikaner Kirche in der City generalsaniert. Erneuert werden neben Stuckverzierungen vor allem auch die sehenswerten Fresken.

Die erste Kirche am Standort der heutigen Dominikaner Kirche in der Postgasse 4 (City) wurde 1237 erbaut. Im 17. Jahrhundert wurde aus der ehemals romanischen Kapelle Wiens erste frühbarocke Kirche. 1631 legte Kaiser Ferdinand II. persönlich den Grundstein für die Kirche, die wir heute als Dominikaner Kirche oder Maria Rotunda kennen.

Da der Zahn der Zeit auch nicht vor sakralen Schätzen Halt macht, wird die Dominikaner Kirche heuer generalsaniert. Dabei hilft ungewollt auch der Coronavirus, denn die Kirche ist aufgrund des Lockdowns derzeit ohnehin geschlossen. Die Messen finden im Pfarrsaal des benachbarten Klosters statt.

Auf 26 m hohem Gerüst dem Himmel nahe

Und so haben die Restauratoren genügend Platz, um mit Hilfe eines 26 Meter hohen Gerüsts, das im Innenraum der Kirche aufgebaut wurde, in liebevoller Handarbeit die Schäden, die seit der letzten Restaurierung im Jahr 1958 entstanden sind, zu beseitigen. Damals ging es auch um die Reparatur von Schäden, die noch während des 2. Weltkrieges entstanden sind. 

"Die größte Schwierigkeit bei der aktuellen Restaurierung der Fresken ist, während der Reinigung nicht zu viel der Originalfarbe abzutragen", erklärt der Architekt der Erzdiözese Harald Gnielsen. Besonderes Augenmerk wird dabei den frühbarocken Fresken unter der Flachkuppel zuteil. Im Zentrum steht dabei die Jungfrau Maria: ihre Geschichte wird in der Dominikaner Kirche in einem Bilderzyklus aus 46 Einzelbildern erzählt. Als Hauptbilder gelten dabei das Verkündigungsbild sowie die "Vermählung Mariens", die "Braut des Heiligen Geistes" und "Mariä Opferung". 

Auch über 100 Jahre alte Risse und "lockere" Fassade werden repariert

Neben den Arbeiten, die die Marienbilder in ihre ursprüngliche frühbarocke Pracht zurückversetzen sollen, werden im Rahmen der Generalsanierung auch die plastischen Stuckverzierungen instand gesetzt. Zudem gilt es die teils massiven Risse, "manche sind über 100 Jahre alt", erklärt Gnielsen zu "Heute", zu reparieren.

Gearbeitet muss auch an der Westfassade der Kirche werden. "In den 1850er Jahre wurde vor der Kirche abgegraben, dadurch hatte das Fundament weniger Gegenlager", so Gnielsen. Die Folge: Die Westfassade löst sich teilweise vom Kirchenschiff. Daneben erhalten auch die Kirchenbänke sowie der Boden der Kirche eine "liturgische Neugestaltung". Die Generalsanierung hat bereits im Vorjahr begonnen und soll bis Dezember 2021 abgeschlossen sein. 

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